Musik

Rock-Geschichte in 123 Kapiteln

Das Konzept klingt interessant, die Umsetzung ist gelungen.

Das Konzept: Man nehme 123 Songs aus allen Bereichen der Rockmusik und stelle an ihnen die Faszination des Genres seit den Sechzigern dar. Die Umsetzung liefert Detailwissen über Entstehung und Wirkung der Meilensteine, über biografische und zeitgeschichtliche Hintergründe und dazu Hinweise auf Coverversionen sowie ein kleines Lexikon der Fachbegriffe. Damit erweist sich das Buch als würdiger Kompagnon der in gleicher Ausstattung erschienenen Titel „The Beatles. Das Song-Lexikon“ und „Jazz-Standards“.

Anders als beim Kanon der Jazz-Standards fällt es bei Pop und Rock allerdings schwer, verbindliche Listen aufzustellen; der Subjektivitätsgehalt liegt also relativ hoch. Die Auswahl des Autors ergibt unterm Strich einen Mainstream-Songkatalog, mit dem der deutsche Durchschnittshörer seit den Sechzigern seine musikalische Sozialisation erfuhr. Eine Hymne wie „Unchained Melody“, von der es über 60 Coverversionen gibt, ist da wohl schon zu exotisch. Und deshalb fehlt sie. Aber jeder Leser wird den einen oder anderen Song vermissen und sich dafür über andere Titel freuen; das liegt in der Natur der Sache. Definitiv ärgerlich jedoch sind in einem solchen Werk falsche Schreibweisen wie Greatful Dead oder Procul Harum.

Olaf Benziger: Rock-Hymnen. Das Lexikon; Bärenreiter; ISBN 3-7618-1567-0; 444 Seiten; 34,90 Euro