Musik

Rock am Ring/Rock im Park: Lieberberg total begeistert

Insgesamt 115.000 Besucher kamen zu den von Marek Lieberberg Konzertagentur (MLK) veranstalteten Festivals Rock am Ring und Rock im Park. Ein Reizthema blieben jedoch die Böhsen Onkelz, die als Überraschungsband zum 20-jährigen Jubiläum von Rock am Ring im Gespräch waren.

“Ich persönlich hätte den Böhsen Onkelz eine Chance gegeben“, erklärte Marek Lieberberg, dessen Stimme auf einer Pressekonferenz beim Nürnberger Festival Rock im Park live vom Nürburgring zugeschaltet war. Doch im Rahmen des Festivals sei es nicht „opportun“ gewesen, die Band zur Jubiläumsausgabe von Rock am Ring zu holen. Stattdessen spielten als Überraschungsband Die Toten Hosen am letzten Tag von Rock am Ring, das wie das Parallelfestival auf dem Nürnberger Zeppelinfeld vom 3. bis 5. Juni über die Bühne ging. Die Zuschauer konnten aus über 90 Bands auswählen, darunter R.E.M., Wir sind Helden, Iron Maiden, Slayer, Adam Green, Sonic Youth, Tocotronic, Slipknot, Green Day, Marilyn Manson und Him.

Die Unklarheit, ob die Böhsen Onkelz auftreten würden, hatte jedoch im Vorfeld der Veranstaltung zum Bruch mit dem langjährigen Medienpartner von Rock im Park, dem Bayerischen Rundfunk (BR), geführt. Auf der Pressekonferenz fand Lieberberg harte Worte für den im Publikum anwesenden BR3-Moderator Jim Sampson: „Entschuldigung, Jim, it’s over with us. BR3 ist auf der Suche nach dem verlorenen Konzept – um einmal Marcel Proust zu paraphrasieren.“ Dass der Rückzug von BR3 Rock im Park nicht geschadet habe, belegten die sogar noch gestiegenen Publikumszahlen, führte der MLK-Chef aus. In diesem Jahr kamen 45.000 Zuschauer, 2004 waren es 5000 weniger, mittelfristig strebt Lieberberg mehr als 50.000 Besucher an. Sein Bruder David, der das Festival in Nürnberg vor Ort zusammen mit der Firma Argo Konzerte leitete, zog ein „sehr zufriedenes“ Fazit zu Rock im Park, das in diesem Jahr mit Organisationsproblemen im Vorfeld des Confederations Cup und der WM 2006 in Nürnberg zu kämpfen hatte.

„Der Erfolg von Rock im Park ist umso schöner, weil die Konkurrenz größer geworden ist. Aber sie hat es nicht geschafft, uns als das stärkste Festival im Süden abzulösen.“ Während in Nürnberg das Wetter schön blieb, war es in der Eifel nass und kalt. Dennoch zog Marek Lieberberg ein euphorisches Fazit: „Ich bin völlig begeistert.“ Rock am Ring 2005 liege mit 70.000 Fans in den Top 5 der 20-jährigen Festivalgeschichte. Im Jahr 2006 finden beide Festivals wieder zu Pfingsten statt. – dann eventuell viertägig.