Musik

RIAA will P2P-Nutzern an den Kragen

Ab dem 26. Juni will die RIAA schärfer gegen User vorgehen, die in P2P-Netzwerken größere Mengen urheberrechtlich geschützter Songs zum Download anbieten. Rechtsexperten kritisieren diesen Schritt teils heftig.

Ab dem 26. Juni will die RIAA schärfer gegen User vorgehen, die in P2P-Netzwerken größere Mengen urheberrechtlich geschützter Songs zum Download anbieten. Der US-Branchenverband plant, mit gesammelten Nutzerdaten gerichtlich gegen tausende Einzelpersonen vorzugehen. Dazu will die RIAA mit einem Software-Tool die Suchlisten der Tauschbörsen durchsehen, einige Tracks herunterladen und mittels weiterer Informationen der Internet-Provider die Nutzer ermitteln. Der Verband will seine Pläne in Anzeigen und Werbespots landesweit bekannt machen, unterstützt von weiteren Organisationen und Musikern von der HipHop-Queen Missy Elliott über den Klassiker Joshua Bell und Popstar Shakira bis zum Country-Act Brad Paisley. Der Urheberrechts-Experte Mark Radcliffe bezeichnete die neue Strategie gegenüber dem Online-Dienst „cnet“ als gefährlich, da die RIAA dazu übergehe, ihre eigenen Kunden zu belangen. Und Rechtsberater Phil Leigh meint, trotz der Apple-Erfolge dürfe nicht vergessen werden, dass es die Branche bislang verpasst habe, der Windows-Nutzergemeinde ein akzeptables Angebot für den digitalen Musikvertrieb zu unterbreiten. Vor diesem Hintergrund sei das Vorgehen der RIAA gegen einzelne Nutzer etwa so notwendig und unvermeidlich „wie Vietnam“.