Im Streit um die Nutzungsrechte von Musik im digitalen Rundfunk hat der US-Tonträgerverband RIAA nun Klage gegen XM Satellite Radio eingereicht. Neue Empfangsgeräte mit digitaler Aufzeichnungs- und Speicherfunktion brechen nach Ansicht der Musikmajors die Urheberrechte.
Mit Geräten wie dem Inno, der bis zu 50 Stunden XM-Programm abspeichern kann, hätten die Satellitenfunker die Grenze vom Radiosender zum Digitalvertrieb überschritten, so die Argumentation der RIAA-Mitglieder. Mitbewerber Sirius hatte für seine Geräte vor Markteinführung individuelle Deals mit den Majors abgeschlossen, die eine Zusatzvergütung der Rechteinhaber gewährleisten soll.
XM-Chairman Gary Parsons witterte jedoch schon vor Wochen Abzocke und taktisches Ränkespiel. Seit Generationen würden Hörer Radiosendungen aufzeichnen, dies sei eine völlig legitime Form der privaten Nutzung. Obendrein seien die Empfänger/Rekorder so konstruiert, dass eine illegale Weitergabe der aufgezeichneten Programme verhindert wird.
Dies Argumentation überzeugt die RIAA jedoch nicht: Sie will pro Song, der von XM-Kunden mit den Geräten aufgezeichnet wird, 150.000 Dollar Schadensersatz. Beobachter sehen die RIAA-Klage kritisch, da sie in laufende Lizenz- und Tantiemenverhandlungen zwischen Rechteinhabern und Digitalfunkern platzt.


