Musik

RIAA sucht Nachfolger für Hilary Rosen

Die Recording Industry Association of America (RIAA) ist auf der Suche nach einem neuen President. Hilary Rosen, die das Amt seit 1998 inne hat, scheidet zum Monatsende aus. Im Gespräch sind derzeit viele Politiker.

Die Recording Industry Association of America (RIAA) ist immer noch auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten für den Posten des President/CEO. Hilary Rosen, die das Amt seit 1998 inne hat, scheidet zum Monatsende aus. Der Dachverband der US-Tonträgerwirtschaft hält deshalb heute hinter verschlossenen Türen Meetings mit potenziellen Nachfolgern ab. Die Auswahl soll laut US-Medienberichten in den New Yorker Büros der Personalberatung Korn/Ferry stattfinden. Zu den Mitgliedern des Recruitment-Teams zählen unter anderem: Zack Horowitz, President Universal Records, und Michele Anthony von Sony Music. RIAA-Sprecherin Amy Weiss bestätigt keine Details, gibt aber zu, dass die Suche noch läuft. Als Kandidaten wurde zuletzt eine illustre Runde von Washington-Kennern ins Spiel gebracht. Sicheres Auftreten, gute Kontakte und profunde Kenntnisse über den Tonträgermarkt und die Machtverhältnisse in Regierungskreisen sind Kernqualifikationen, die Rosens Nachfolger mitbringen muss. Deshalb deuten Hinweise immer wieder auf Personen, die in Reihen der Republikaner ein gutes Standing haben. Unter anderem auf der Liste sind: Victoria Clarke, zuletzt Sprecherin des Pentagon, die Kongressabgeordneten Billy Tauzin, Jennifer Dunn und Mary Bono (Witwe von Musiker Sonny Bono) sowie Susan Molinari, einst für New York im Repräsentantenhaus. Sogar der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani soll im Gespräch sein. Außerdem ist da noch Cary Sherman, der bei der RIAA bereits als President/General Counsel fungiert und sich Hoffnungen auf die Spitzenposition macht. Viele Branchenkenner in den USA halten Sherman ohnehin für eine gute Besetzung, weil er seit Jahren die Verbandsarbeit kennt. Zu besetzen ist ein Posten, der Frau Rosen dem Vernehmen nach rund eine Mio. Dollar Einkommen im Jahr bescherte. Die als harte Verhandlungspartnerin ebenso gefürchtete wie geschätzte Rosen verlässt die RIAA nach 17 Jahren, um mehr Zeit für ihre Lebensgefährtin und ihre zwei Adoptivkinder zu haben. Dennoch, so heißt es aus RIAA-Kreisen, wolle sie noch ein weiteres Jahr als Consultant dem Verband zur Seite stehen. Berühmt wurde Rosen durch ihren energischen Einsatz im Kampf der US-Industrie gegen die Tauschbörse Napster, der mit der Schließung der Website endete.

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