Der Titel ist wörtlich zu nehmen: Afrob präsentiert sich auf „Hammer“ in hammermäßiger Form. Die Platte ist, verglichen mit den beiden ersten Alben, „Rolle mit HipHop“ (1999) und „Made In Germany“ (2001), aus einem ganz anderen Eisen geschmiedet.
Die Erfahrungen, die Afrob im Zuge des ASD-Projekts mit internationalen Produzenten machte, hinterließen hörbar ihre Spuren. „Für ‚Hammer‘ arbeitete ich im Prinzip genauso wie bei ASD. Wenn man die Möglichkeit hat, sich international zu betätigen – warum sollte man das ablehnen? Die Beats passten perfekt zu dem, was ich bereits hier in Deutschland gesammelt hatte. Mir geht es allein um die Qualität der Musik und nicht darum, dass die Stücke unbedingt aus den USA stammen müssen.“
Geballte US-Power
Mitgeholfen haben bei den Aufnahmen folgerichtig nicht nur US-Produzenten wie Wajeed aus Detroit oder Needlz (Drag-On, Young Buck) und Megahertz (Jay-Z, Nas) aus New York, sondern auch bewährte Kräfte wie Max Herre, Samy Deluxe, Joy Denalane und Dean Dawson (Spezializtz).
Vier Jahre nach seinem letzten eigenen Album fiel es Afrob anfangs gar nicht leicht, sich wieder in den kreativen Prozess einzubinden. „Eigentlich steht man bei jeder Platte wieder vor der Frage, warum man das eigentlich macht.“ Doch trotz solcher Selbstzweifel ist es Afrob gelungen, sich mit „Hammer“ wieder ein deutliches Stück nach vorne zu bewegen.
Deutlich – aber doch entspannt
Nicht nur die Beats sind um einiges scharfkantiger als bisher gewohnt, auch bei den Reimen lässt sich die inhaltliche Weiterentwicklung nicht überhören. Abrob nimmt zwar immer noch kein Blatt vor den Mund, aber der Ton ist insgesamt viel entspannter.
„Nach dem ASD-Projekt war es für mich eine gewisse Umstellung, alles wieder alleine zu verantworten. Man muss sich viel mehr motivieren und sich selbst Termine setzen, damit es vorwärts geht“, meint der Musiker.
„Der Titel des Albums ist übrigens sehr spontan entstanden. Als ich ein paar Tracks fertig hatte, da fiel beim Anhören das Wort ‚Hammer‘. Und dabei ist es dann auch geblieben.“ „Hammer“ funktioniert auf allen Ebenen bestens. Locker swingende Club-Nummern wie „Geh dazu ab“ sind auf dem Album ebenso zu bewundern wie tief schürfende Reflektionen über die eigene Geschichte („Stopp die Party“). „Die meisten Texte beziehen sich auf private Dinge. In der HipHop-Szene gibt es nicht viele Menschen, denen ich nachtrauere“, meint er.
HipHop ist nicht alles
Afrob war schon immer ein Künstler, der sich auch außerhalb der HipHop-Szene engagiert. So ist er zum Beispiel Mitglied bei den Brothers Keepers und denkt ernsthaft darüber nach, eine Kampagne für das Eritrea Hilfswerk Deutschland e.V. zu starten.
„Eigentlich ist es noch etwas zu früh, darüber zu reden, aber neben dem Sammeln von Geld, unter anderem mit dem Verkauf von T-Shirts, möchte ich allgemein auf diesen Verein und seine Arbeit aufmerksam machen. Wenn es irgendwie geht, möchte ich auch noch ein Benefizkonzert veranstalten.“


