Seit einigen Wochen scheint es, als hätte sich der US-Tonträgermarkt auf seinem neuen niedrigen Niveau eingependelt. Auch der wie gewohnt stark verkaufende R. Kelly kann das Blatt nicht wenden.
386.000 verkaufte Exemplare von „Double Up“ reichen dem R&B-Veteranen R. Kelly für den Einstieg auf Rang eins der Albumcharts. Das ist zwar Kellys sechste Nummer eins, aber gemessen an früheren Erfolgen eine eher durchschnittliche Verkaufszahl. Vor einigen Tagen haben die großen Sommerferien für amerikanische Schüler begonnen, aber das Plus an Freizeit verbringen die Teenager offenbar nicht im Tonträgerhandel.
Wie schnell es da mit dem Absatz von Toptiteln bergab geht, sieht man schon an Platz zwei, den in dieser Woche Maroon 5 mit nur noch 172.000 Verkäufen von „It Won’t Be Soon Before Long“ belegt – 60 Prozent weniger als in der Vorwoche. Rang drei geht an Linkin Parks „Minutes To Midnight“ nach weiteren 126.000 Verkäufen. Damit verharrt einer der bisherigen Topseller des Jahres nach drei Wochen im Handel knapp unter der Platinmarke.
Neu auf vier steigt Jason Aldean ein, der von seinem Country-Album „Relentless“ 98.000 Kopien absetzen konnte. Dahinter nistet sich Chris Daughtry eine weitere Woche in den Top Ten ein. Sein Debüt „Daughtry“ bleibt trotz derzeit nur noch 69.000 Verkäufen der Dauerbrenner des Jahres.
Um die Plätze sechs, sieben und acht gibt es in dieser Woche einen Dreikampf, den Amy Winehouse mit Back To Black knapp für sich entscheiden konnte. Dahinter reihen sich „Cold Summer“ von der HipHop-Formation U.S.D.A. um Yong Jeezy, Slick Pulla und Blood Raw und „The Best Damn Thing“ von Avril Lavigne ein. Alle drei Alben setzten jeweils rund 50.000 Einheiten ab und waren nach sieben Verkaufstagen nur im Dutzendbereich voneinander entfernt. Etwas größer ist dann der Abstand von Michael Bublé, dessen „Call Me Irresponsible“ für Position neun 48.000 Käufer fand, und für Ozzy Osbourne mit 47.000 Kopien von „Black Rain“.
Insgesamt verkaufte der US-Handel in der Woche bis zum 3. Juni 8,31 Mio. Alben – knapp ein Prozent weniger als in der Woche davor und 10,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit beträgt der kumulierte Absatz seit Jahresbeginn 193,8 Mio. Alben – ein Minus von 16,4 Prozent.



