Das Auge hört mit – könnte das Motto der in Wien ansässigen Firma sein. Die buchgebundenen, meist um die 24 Seiten dicken und künstlerisch exzellent gestalteten Booklets der sogenannten Q-Books (Kartoncover) machen die CDs von beispielsweise Wolfgang Puschnig („Chants“) oder vom Concert Jazz Orchestra Vienna („Continental Call“) auch zu einem visuellen Vergnügen. Genau das ist das Quinton-Konzept: „Für uns ist es das erklärte Ziel, Musik als Gesamtkunstwerk zu produzieren“, streicht Geschäftsführer Andreas Rathammer heraus: „Ich habe da noch die Klappcover von Vinyl-Platten aus den Siebzigern im Hinterkopf. Unsere Veröffentlichungen sind eine Kampfansage an die Plastik-Ästhetik.“
Ein wichtiger Eckpfeiler des Konzepts trägt den Namen Alexander Ströck. Er ist als Art Director für den optischen Auftritt aller Quinton-CDs verantwortlich und oft auch als Fotograf der vielen kunstvollen Booklet-Fotos aktiv. „Ströck kommt eigentlich aus der Klassik. Unser Deal mit ihm lautet: Wir bringen ihm den Jazz bei, er macht die Grafik.“ Wobei sich Rathammer, der zusammen mit Heinrich Schläfer die Geschicke des Labels lenkt, gar nicht wohl in der Jazz-Schublade fühlt: „Wir veröffentlichen zeitgemäße Musik, die allen Spaß macht. Von der reinen Lehre des Jazz halten wir überhaupt nichts.“ Bester Beweis: das aktuelle Album des Vienna-Art-Orchestra-Trompeters Thomas Gansch. Auf „Gansch & Roses“ (63208-2) macht sich der Musiker aus traditioneller Alpenland-Folklore, Don Ellis und Duke-Ellington-Einflüssen einen runden Reim. Musik, die dem Cover in nichts nachsteht – was bei Quinton schon was heißen will.



