“Ich persönlich hasse Musicals im herkömmlichen Sinne“, gesteht Queen-Drummer Roger Taylor. „Meistens bestehen sie aus einer oder zwei Kompositionen, die das Publikum während einer Aufführung in zwölf verschiedenen, stinklangweiligen Versionen zu hören bekommt. Dazu gesellt sich dann oft noch eine ziemlich lausige Story.“
Wohl wissend, dass es angesichts des eigenen Song-Katalogs keinerlei Wiederholungen bedarf, engagierten Taylor und Gitarrist Brian May den englischen Autor Ben Elton für eine alternative Form von Musical.
Vom Bühnendesigner Mark Fisher (Pink Floyd, The Rolling Stones) optisch perfekt in Szene gesetzt, erzählt „We Will Rock You“ eine fiktive Geschichte, die von 20 Queen-Hits getragen wird.
Radio Gaga
Statt den Werdegang der Band nachzuzeichnen, schrieb Ben Elton eine satirische Story über den Zustand der Musik in einer völlig globalisierten Welt. Darin diktiert der Konzern „Global Soft“ der Menschheit ihre Hörgewohnheiten. Individualität und Kreativität gehören der Vergangenheit an, es gibt nur Einheitsmusik, und Entertainment ist schlicht „Gaga“.
Doch im Untergrund formieren sich die „Bohemians“, eine Gruppe von Individualisten, deren Glauben an echten musikalischen Ausdruck letztlich über die „Global Soft“-Chefin „Killer Queen“ siegt.
„In erster Linie soll die Story ein großer Spaß sein. Aber man kommt natürlich nicht umhin, in der Story dieses Musicals Parallelen zum tatsächlichen Zustand des Musikgeschäfts festzustellen. Insofern findet sich in der Story auch ein wenig Kritik an der Entertainment-Branche“, erzählt Ben Elton, der nicht zuletzt für seine Ideen zur TV-Serie „Mr. Bean“ Ruhm erlangte.
Queen wird eingedeutscht
„Wären die Beatles oder Bob Dylan mit der Anfrage für eine Musical-Story an mich herangetreten, hätte ich vermutlich abgelehnt. Aber Queen standen seit jeher für grandioses Theater – opulente Werke, die sich perfekt in Szene setzen lassen“, so Elton weiter.
Für die deutsche Adaption des Musicals haben Taylor und May hiesige Schauspieler gecastet, die entsprechend von deutschen Musikern begleitet werden. „Man kann nicht einfach die Geschichte in ihrer englischen Version auf ein anderes Land übertragen“, betont May, der für die Kölner Aufführung als Musical Supervisor agiert.
„Wir haben Teile der deutschen Popkultur in die deutsche Version einfließen lassen. Zwar werden große Strecken der Dialoge und vor allem die Songs in englischer Sprache vorgetragen, aber das deutsche Publikum wird seine eigene Pop-Geschichte wiedererkennen.“
Erst mal Köln
Michael Brenner, der für „We Will Rock You“ als deutscher Produzent verantwortlich zeichnet, betont, dass Köln als Standort für das Musical über einen Zeitraum von mehreren Jahren bestätigt ist. Aber auch Angebote anderer deutscher Städte liegen vor.
Die Tickets für „We Will Rock You“ kosten je nach Wochentag und Zeitpunkt der Aufführung zwischen 20 und 86 Euro (zzgl. Vorverkaufsgebühr). Parallel zur deutschen Premiere des Musicals hat EMI das Original-Cast-Recording aus London veröffentlicht.
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