Musik

Pulitzer-Gremium erweitert Kriterien für Musikpreis

Neue Auswahlkriterien sollen den Pulitzer-Musikpreis verstärkt auch für Komponisten der Bereiche Jazz, Filmmusik und Musicals öffnen.

Neue Auswahlkriterien sollen den Pulitzer-Musikpreis verstärkt auch für Komponisten der Bereiche Jazz, Filmmusik und Musicals öffnen. So ist es fortan erlaubt, statt Partituren auch Tonträger als Bewerbungsmaterial für den altehrwürdigen Preis einzureichen. Das Entscheidungsgremium teilte mit, der Preis solle künftig „ein breites Spektrum an ernster Musik“ von amerikanischen Komponisten abdecken. Bislang ging der Pulitzer-Preis im Bereich Musik vorwiegend an Schöpfer klassischer Kammer-, Orchester- oder Solo-Instrumentalmusik. Der letztjährige Preisträger, der Komponist John Adams, hatte die Vergabekriterien der Auszeichnung öffentlich in Frage gestellt: „Unter Musikern, die ich kenne, hat der Pulitzer-Musikpreis über die Jahre viel von dem Prestige verloren, den er in anderen Feldern wie Literatur und Journalismus nach wie vor besitzt“, erklärte Adams in einer weit verbreiteten E-Mail-Message, in der er zudem die Nichtberücksichtigung von Künstlern wie Steve Reich, Laurie Anderson oder Thelonious Monk kritisierte. Ara Guzelimian, Senior Director der Carnegie Hall in New York und Mitglied der Jury des Pulitzer-Musikpreises für 2004, erklärte, Adams‘ Kritik habe als „sehr starke Medizin“ auf das Gremium gewirkt. Mit der Erweiterung der musikalischen Ausrichtung erkenne die Jury an, „dass es einen größeren Bereich an amerikanischer Musik gibt, als der, den der Preis bisher repräsentierte“.