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Provider fürchten niedrige Margen bei Mobildownloads

Auch wenn sich die Musikbranche viel vom mobilen Downloadgeschäft aufs Handy verspricht, der Kooperationswille mancher Mobilfunkanbieter könnte angesichts der zu erwartenden Ertragsmöglichkeiten eher schwach ausgeprägt sein. Analysten warnen bereits vor übertriebenen Hoffnungen.

Auch wenn sich die Musikbranche viel vom mobilen Downloadgeschäft aufs Handy verspricht, der Kooperationswille mancher Mobilfunkanbieter könnte angesichts der zu erwartenden Ertragsmöglichkeiten eher schwach ausgeprägt sein. Analysten warnen bereits vor übertriebenen Hoffnungen. Der Marktführer in den USA, Cingular Wireless, will angeblich für Fulltrack-Mobildownloads im iTunes Music Store demnächst zwei Dollar pro Song verlangen.

Weil bei solchen Preisen die zu erwartende Gewinnmarge geringer sei als bei vielen Datendiensten, die die Provider schon jetzt anbieten, könnte die Begeisterung für das Musikgeschäft in der Mobilfunkbranche eher verhalten ausfallen, glaubt Analystin Linda Barrabee von der Yankee Group. „Es gibt nur wenig Spielraum für Gewinne.“ Anbieter dürften sich schwer tun, Kunden zu erklären, warum ein Song bei iTunes 99 Cents für den Download am Computer, aber das Doppelte über das Handy kosten soll.

Das jüngst vorgestellte iTunes-Handy ROKR von Motorola dürfte diesen Eindruck noch verstärken, da man das Telefon wie einen iPod nutzen und es per USB-Verbindung mit Musik laden kann. Andere US-Provider wie Sprint oder Verizon rechnen gar mit Titelpreisen von bis zu drei Dollar.

Ob sie sich damit allerdings langfristig am Markt durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. Beim bisherigen Geschäftsmodell im iTunes Store gehen rund 70 Prozent des VK an die Rechteinhaber und zwischen zehn und 15 Prozent an die Kreditkartenfirma, über die der Bezahlvorgang abgewickelt wird. Dieser Anteil lässt sich beim direkten Verkauf aufs Mobiltelefon einsparen, die Downloadkosten erscheinen einfach auf der nächsten Handy-Rechnung.

Doch um die hohen Preise dauerhaft rechtfertigen zu können, brauchen Mobilfunkfirmen zusätzliche Verkaufsargumente, findet Charles Golvin von Forrester Research. So biete sich z.B. eine Musikerkennungssoftware für Handys an: Das Telefon erkennt Musik, die aus Sekundärquellen abgespielt wird, und erlaubt per Tastendruck den Download dieses Titels. Eine weitere Option wäre Produktbündelung: Für ein Paket bestehend aus einem Song, dem zugehörigen Klingelton und ggf. einer Display-Grafik könnten Provider bis zu vier Dollar verlangen, ohne Kunden zu vergraulen.

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