Musik

Protest gegen „two-in-a-bar-rule“ in Großbritannien

Britische Musiker wollen ein Gesetz zu Fall bringen, das die Auftrittsmöglichkeiten von Bands stark einschränkt.

Auf eine Ankündigung der britischen Regierung, eine geplante Reform eines Gesetzes zur Vergabe von Aufführungslizenzen mindestens bis ins nächste Jahr zu verschieben, haben Musiker im Vereinigten Königreich mit Protesten reagiert. Vor allem die sogenannte „two-in-a-bar-rule“ steht im Mittelpunkt der Kritik. Die Regelung besagt, dass Kneipen und Bars für Auftritte von Gruppen mit mehr als zwei Musikern eine spezielle Unterhaltungslizenz benötigen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Betreibern Geldstrafen und bis zu sechs Monate Gefängnis. Nur fünf Prozent aller Lokalitäten besitzen eine solche Lizenz, da ihre Beschaffung mit hohen Kosten und einem großen bürokratischen Aufwand verbunden ist. Die Reform sollte diesen Prozess vereinfachen und die Anzahl der Musiker, ab der eine Lizenz nötig ist, erhöhen. Ein Sprecher der English Folk Dance and Song Society sagte, wenn jetzt nichts getan werde, werde Livemusik in britischen Kneipen nicht mehr stattfinden. Auch ein Sprecher der Rolling Stones sprach sich gegen das geltende Gesetz aus, das Gruppen wie den Stones, die durch solche Auftrittsmöglichkeiten erst entdeckt wurden, eine Karriere als Musiker verbaut hätte.