Musik

Produzent Arif Mardin gestorben

Der legendäre Atlantic-Produzent Arif Mardin, der unter anderem Aufnahmen von Aretha Franklin, den Bee Gees und Norah Jones betreut hat, ist am 25. Juni im Alter von 74 Jahren an Lungenkrebs gestorben.

Der legendäre Atlantic-Produzent Arif Mardin, der unter anderem Aufnahmen von Aretha Franklin, den Bee Gees und Norah Jones betreut hat, ist am 25. Juni im Alter von 74 Jahren an Lungenkrebs gestorben.

Mardin, der 1932 in Istanbul geboren wurde, in London Ökonomie studierte und 1956 nach einem Treff mit Dizzy Gillespie an die Berklee School Of Music nach Boston ging, gehörte zu den einflussreichsten Produzenten Amerikas. 1963 stieß er als Assistent von Labelgründer Nesuhi Ertegun zu Atlantic. Zusammen mit dem 2002 verstorbenen Produzentenkollegen Tom Dowd, dem Produzenten Jerry Wexler und dem langjährigen Atlantic-Chef Ahmet Ertegun, der ebenfalls aus der Türkei stammt, gehörte er zu einem lose verbundenen Team, das seit den 60er-Jahren für zahlreiche bahnbrechende Produktionen verantwortlich zeichnete.

Mardins Produktionen zeichneten sich durch hohe Originalität aus, weil er Elemente aus Jazz und Funk in die Popmusik überführte und umgekehrt. So betreute er zusammen mit Wexler Dusty Springfields innovatives „Dusty In Memphis“-Album und produzierte Hits wie „Groovin'“ von den Rascals. Viele Jahre arbeitete er auch für Aretha Franklin, die unter seiner Ägide den Sprung von einer Soulsängerin in den Popmarkt schaffte.

Auch in den 70er-Jahren blieb er bei Atlantic und kümmerte sich vor allem um die neuen Acts wie Bette Middler, Roberta Flack, Daryl Hall & John Oates, Donny Hathaway, Chaka Khan, Carly Simon und die Average White Band. In den 80er-Jahren produzierte er weitere Welterfolge für Phil Collins, Howard Jones und Culture Club.

Erst 2001 verließ er Atlantic, wo er bis zum Vice President aufgestiegen war, kehrte aber als Co-Vice President/General Manager für das wiederbelebte EMI-Label Mannhattan in die Branche zurück. Hier produzierte er die beiden ersten Alben von Norah Jones, wodurch sich seine Sammlung aus über 60 Gold- und Platin-Alben noch einmal vergrößerte.