Das Grußwort zum 100-jährigen Jubiläum der deutschen musikalischen Verwertungsgesellschaft spricht der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, D. Dr. hc. mult. Johannes Rau, der die Leistungen der Verwertungsgesellschaft vorab mit den Worten würdigte: „Kreativität ist für die Gesellschaft unverzichtbar und sie kennt keine nationalen Grenzen. Auch deshalb ist es wichtig, wenn Künstler in der Vertretung ihrer berechtigten Interessen nicht alleine stehen. Die GEMA leistet dafür in Deutschland und darüber hinaus einen wichtigen Beitrag für die Musikkultur.“
Für das Bundesjustizministerium spricht der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Justiz, Alfred Hartenbach, MdB, über den nationalen und internationalen Urheberschutz im digitalen Informationszeitalter.
Der Vorstandsvorsitzende der Gema, Prof. Dr. Reinhold Kreile, erinnert im Vorfeld des Festakts an die historische Dimension des Jubiläums: „100 Jahre deutsche musikalische Verwertungsgesellschaft ist ein bedeutsamer Zeitraum deutscher Geschichte. Das in Deutschland ausgebildete Recht der Verwertungsgesellschaft ist ein durchaus eigenständiges Recht. Es verbinden sich die Grundgedanken des Kulturellen und Sozialen in ihm. Im Vordergrund aber stehen von Anbeginn an der Respekt vor dem geistigen Eigentum und die angemessene Vergütung des schöpferischen Geistes.“
Als Aufsichtsratsvorsitzender der Gema und damit als Nachfolger des Gründervaters Richard Strauss erinnert der Komponist Prof. Christian Bruhn daran, dass die musikalischen Schöpfer angesichts der weltweiten digitalen Nutzungsformen von Musik gerade in Zukunft eine starke Interessensvertretung und eine kollektive Rechtewahrnehmung brauchen.
Der Komponist und Präsident des Deutschen Komponisten-Verbandes, Karl Heinz Wahren, spricht als weiterer Redner über die einzigartige Rolle der deutschen musikalischen Verwertungsgesellschaft für das deutsche Musikleben und die zeitgenössische Musik in den vergangenen 100 Jahren.
Musikalische Höhepunkte des Festaktes sind kompositorische Kostbarkeiten aus der 100-jährigen Gema-Geschichte, von Richard Strauss über Kurt Weill und Hans Werner Henze bis hin zu Siegfried Matthus und Wolfgang Rihm, die vom Ensemble Modern unter Markus Stenz interpretiert werden.
Mit dem Festakt erinnert die Gema an das Gründungsjahr 1903, in dem sich in Berlin deutsche Komponisten, Textdichter und beider Verleger zur ersten urheberrechtlichen Interessenvertretung zusammen gefunden haben, mit dem Ziel, eine angemessene Vergütung für die Nutzung ihrer Werke durch zu setzen.
Urheberrechts-Pioniere um den Komponisten Richard Strauss gründeten damals eine von ihnen selbst getragene und verwaltete „Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht“, die Vorläuferorganisation der Gema.
Die Gema begeht das Jubiläum ihrer Geburtsstunde mit Stolz auf ihre Leistungen bei der Durchsetzung urheberrechtlicher Ansprüche ihrer Mitglieder sowie für die Entwicklung der musikalischen Kultur in Deutschland. Zum Jubiläum erscheint eine historische Darstellung der Geschichte der GEMA mit dem Titel Musik hat ihren Wert – 100 Jahre musikalische Verwertungsgesellschaft, geschrieben vom renommierten Musikwissenschaftler Dr. Albrecht Dümling und im con brio Verlag, Regensburg, herausgegeben vom Vorstandsvorsitzenden der Gema, Reinhold Kreile.
In ihrem Jubiläumsjahr konnte die Gema die Rekordbilanz des Geschäftsjahrs 2001 noch einmal steigern. So belaufen sich die Gesamterträge in 2002 auf eine Summe von € 812,5 Mio gegenüber € 810,5 in 2001. Einher geht dieses Inkasso-Ergebnis mit einem Anstieg der Verteilungssumme auf € 693,8 Mio im Vergleich zu € 692,6 Mio im Vorjahr. Der Kostensatz ist mit 14,61 % nahezu unverändert; damit haben sich die Erträge der Gema in den letzten zehn Jahren beinahe verdoppelt.


