“Bisher ist es keinem Act, der in Deutschland unter Vertrag genommenen wurde und ursprünglich aus dem Dance-Bereich kommt, gelungen, mit einem Album vier Wochen an der Charts-Spitze zu stehen“, erklären Tom Bohne, Director A&R/ Marketing, und Tim Dobrovolny, A&R/Product Manager und Head of Dance bei Polydor Zeitgeist. „Diese Leistung mit Schiller als erstem Künstler, der die Musik von ‚Café Del Mar“ auf ein One-Artist-Album übertragen hat, war sicherlich unser Höhepunkt.“ Damit war das Jahr für das Polydor-Department „sehr erfolgreich, wobei es immer noch besser sein kann“, sagen die beiden. Fünf Singles enterten die Top 20 der Sales-Charts, zwölf die Top 30. Andererseits geben Tim und Tom zu, dass „wir uns sicherlich von dem einen oder anderen Album mehr Erfolg erhofft hätten. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass wir bei diesen Themen einen musikalisch langfristigen Weg gewählt haben, der wohl erst in ein bis drei Jahren Früchte trägt.“ Und auch bei Zeitgeist machen sich die rückläufigen Zahlen in der gesamten Branche bemerkbar: Die Firma muss einen Track länger in den Top 30 oder 20 halten als früher, um die gleichen Verkaufszahlen zu erreichen. „Das stellt ein Problem dar und wirkt sich auf das Track-Business bei der A&R-Arbeit aus. Denn ein Stück, das heute die Top 50 knapp erreicht, kostet in der Umsetzung eigentlich zu viel Geld. Deswegen kann man froh sein, wenn wir inklusive der Kopplungen ein leichtes Plus machen“, erläutern die beiden, die weiterhin in Artist Developent investieren wollen: „Für uns ist es spannender und im Endeffekt lukrativer, auf potenziell langfristig erfolgreiche und substanziell vielversprechende Künstler und Producer zu setzen, die definitiv Album-Potenzial haben.“ Dabei habe die gesamte Dance-Branche Fehler gemacht: „Fehlende Innovativität ist sicherlich ein Zeichen unserer Zeit. Cover jagen Cover und Rave-Hymen werden neu aufgemischt – auch wenn das kommerziell sehr erfolgreich war.“ Sie prophezeien, dass die Rave- und Cover-Welle „sehr schnell sterben wird. Der ebenfalls sehr erfolgreiche Vocal Trance wird sich noch halten, weil das der neue Euro-Pop ist“. Aus diesem Grund sollte die „Besinnung auf eigene Kreativität, die es bei vielen Producern gibt, noch mehr im Vordergrund stehen. Coolere Sounds und Acts wie die jetzt bei uns unter Vertrag stehende Formation Sono oder Tiga & Zyntherius haben hier mehr als ihre Duftmarke hinterlassen.“ An dieses Qualitäts-Level will Zeitgeist mit den neuen Themen 2002 anknüpfen: Bis Mitte des Jahres sind Veröffentlichungen von Sono, RMB, Taucher, DJ Quicksilver, Mellow Trax, Kim Sanders, Mauro Picotto, Pulsedriver, York, Resistance D, Humate und Kaycee geplant.
Polydor Zeitgeist zieht positive Bilanz
Schillerndes Jahr trotzt dem Rave-Revival



