Musik

Polydor verstärkt die Arbeit in den Clubs

Zeigeist zieht es „back to the roots“

“Wir wollen versuchen, wieder ein Stück Club-Kultur einzuführen“, kündigt Julia Hendewerk, Head of Marketing Polydor/Zeitgeist, an. Aus diesem Grund arbeitet Polydor/Zeitgeist schon verstärkt mit einem kleinen Netzwerk an Indie-Labels und Produzenten zusammen. „Die kleinen Companies sind oftmals noch stärker am Puls der Zeit als wir Majors“, meint Hendewerk. Dadurch könne Zeitgeist neue Tracks sofort am Wochenende in den Clubs testen und erste Feedbacks bekommen. „Zu der Rückbesinnung auf die Clubs zählt auch das Motto,Qualität statt Quantität““, meint Hendewerk. Denn für Zeitgeist sei Club-Arbeit immer noch das entscheidende Tool im Dance-Bereich, an dem Zeitgeist/Polydor in Zukunft noch sorgfältiger arbeiten werde. Zudem mahnt sie an, dass ein Club-Hit nicht durch die Anzahl der verschickten Vinyls gemacht werde.

So ist die neue Single von Rocco, „Drop The Bass“, allein wegen der Vinylverkäufe und eines Aussands an 50 Key-DJs schon seit drei Wochen in den Top Ten der Dance-Charts. Die Marktsituation wertet die Produktmanagerin der DJs @ Work als „erschreckend. Sinkenden Verkaufszahlen stehen steigende Marketingkosten gegenüber. Musik ist zu einer Ware geworden. Jeder will sie hören, aber viele sind nicht bereit, dafür zu bezahlen. Denn schließlich ist Musik an jeder Ecke verfügbar. Gerade deshalb muss man im Dance-Segment wieder ‚back to the roots“ kommen.“ Zudem mahnt sie an, dass die Club-Culture in Vergessenheit geraten ist: „DJs kaufen sich keine Platten mehr, sondern warten auf die Bemusterungen, selbst wenn sie deshalb erst vier Wochen später einen Track spielen können.“ Mit Veröffentlichungen wie der neuen Single von Taucher, „Millenium Bitch“, dem Latin-House angehauchten Track „It Just Won“t Do“ von Tim Deluxe feat. Sam Obernik und dem Debütalbum „Solid State“ von Sono (VÖ: 30. September) will Zeitgeist gegen diese Situation angehen.