Musik

Piratenmillionär erwartet Haftstrafe

In London steht derzeit ein Musikpirat vor Gericht, der in seiner „aktiven Zeit“ geschätzte sechs Mio. Pfund mit seinen illegal hergestellten CDs verdient hat. Der Mann ist bereits einschlägig vorbestraft und unterhielt ein weltweites Raubkopiernetzwerk.

In London steht derzeit ein Musikpirat vor Gericht, der in seiner „aktiven Zeit“ geschätzte sechs Mio. Pfund oder umgerechnet neun Mio. Euro mit seinen illegal hergestellten CDs verdient hat. Der Mann ist bereits einschlägig vorbestraft und unterhielt ein weltweites Raubkopiernetzwerk. Der 33-jährige Mark Purseglove hatte zehn Jahre lang auf der ganzen Welt Bootlegs und Raubkopien erstellt und diese in großen Stückzahlen auf Festivals, in Plattenläden oder bei eBay verkauft. Die Bootlegs kosteten im Verkauf bis zu 15 Pfund (22,40 Euro), manche „Rarität“ erzielte bei eBay jedoch 130 Pfund (194 Euro), führte Staatsanwalt David Groome im Blackfriars Crown Court aus. Purseglove bekannte sich bereits in Teilen der Anklage schuldig. Er soll nach Erkenntnissen der Ermittler ein weltweites Netzwerk unterhalten haben. So bestach Purseglove bei Konzerten die Toningenieure, um seine Aufnahmegeräte am Mischpult anschließen zu können. Wo dies nicht klappte, schmuggelte er Komplizen mit Rekordern ins Publikum. Laut Anklage blieb kaum ein hochkarätiger Künstler von seinen Schwarzpressungen verschont. Bereits 1992 flog Purseglove ein erstes Mal auf, als ihn Mick Jagger und Bill Wyman von den Rolling Stones an den Kadi lieferten. Fünf Jahre später ging Purseglove den Ermittlern in Florida ins Netz, wo er zusammen mit einem Dutzend anderen Raubkopierern – darunter zwei Deutschen – inhaftiert und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Als die britische Polizei im Juni 2002 sein Haus in Chelsea durchsuchte, fand sie über 28.000 Raubkopien mit einem Handelswert von rund 750.000 Euro. Ein Urteil gegen Purseglove wird noch in dieser Woche erwartet.