Im Alter von 60 Jahren ist Syd Barrett, der legendäre Gründer von Pink Floyd, verstorben. Das bestätigte eine Sprecherin der Band. Barrett starb bereits am 7. Juli, er litt in den vergangenen Jahren an Diabetes und soll an den Folgen der Krankheit gestorben sein.
Der als Roger Barrett 1946 im englischen Cambridge geborene Musiker hatte seine späteren Bandkollegen Roger Waters und David Gilmour bereits auf der Schule kennen gelernt. Zusammen mit Waters als Bassisten, dem Schlagzeuger Nick Mason und dem Organisten Rick Wright hatte Barrett 1965 Pink Floyd gegründet, die er nach zwei von ihm bewunderten Blues-Künstlern Pink Anderson und Floyd Council benannt hatte.
Barrett gelangen mit den ersten Singles „Arnold Layne“ und „See Emily Play“ sowie dem gefeierten Debütalbum „The Piper At The Gates Of Dawn“ (1967) Meisterwerke der englischen Psychedelic-Szene, in denen er auf unnachahmliche Weise geniales Songwriting mit naiven, aber sprachlich höchst komplexen Texten und raffinierten Arrangements verband. Psychische Probleme führten jedoch bereits 1968 zu seinem Ausstieg bei Pink Floyd.
Erst zwei Jahre später erschienen bei EMI seine einzigen beiden Soloalben, „The Madcap Laughs“ und „Barrett“; in den späten 80er-Jahren folgten noch „Opel“, eine Sammlung von unveröffentlichten Tracks, und seine Peel-Sessions. Produziert von David Gilmour, seinem Nachfolger bei Pink Floyd, waren Barretts Soloalben etwas ruhiger, aber immer noch sehr versponnen. Auch sie übten auf viele spätere Musiker und Bands einen großen Einfluss aus.
In den 70er-Jahren zog sich der psychisch kranke Barrett völlig zurück, lebte eine Zeitlang bei seiner Mutter und tauchte nur einmal überraschend bei der Aufnahmesession der LP „Wish You Were Here“ seiner ehemaligen Band auf. Öffentliche Auftritte mied er völlig, sodass sich in den vergangenen Jahrzehnten ein Mythos um den Künstler gebildet hatte. Zuletzt hatte Sony BMG über ihn die DVD „The Pink Floyd And Syd Barrett Story“ veröffentlicht.



