musikwoche.de: Die Schweizer Musikmesse findet dieses Jahr nicht statt. Füllt m4music diese Lücke?
Philipp Schnyder: Nein. Die Musikmesse war eher an der Hardware orientiert. Diese Lücke können und wollen wir nicht füllen, denn wir haben einen Kulturauftrag, befassen uns also mehr mit Künstlern, Musik und den Gruppierungen, die direkt mit den Künstlern zu tun haben. m4music hat sich aber fest als Treffpunkt der Schweizer Tonträgerbranche etabliert.
mw: Kann m4music noch wachsen?
Schnyder: Nein, wir wollen nicht größer werden, sondern thematisch mehr in die Tiefe gehen. Was das für die nächsten Jahre heißt, kann ich im Augenblick noch nicht sagen, denn nach dem Festival wollen wir zuerst eine Analyse durchführen und uns dann die Ausrichtung für die kommenden Jahre überlegen.
mw: Was sind die Probleme des Schweizer Markts?
Schnyder: Der Markt für schweizerische Popmusik ist weiterhin recht klein, zudem zerfällt er – schon aufgrund der Vielfalt der vier Landessprachen – in noch kleinere Teile. Da drängen sich Fragen nach der Erschließung neuer Märkte und dem Export von Musik auf. Dem tragen wir mit der Ausrichtung der Konferenz in diesem Jahr Rechnung.
mw: Wie viele Gäste erwarten Sie?
Schnyder: Wir gehen von einer Besucherzahl von etwa 5000 aus. An den Konferenzen selbst erwarten wir rund 600 Teilnehmer.
mw: Welchen Stellenwert haben denn die Podiumsdiskussionen?
Schnyder: Einen hohen. Sie ermöglichen Fachleuten aus verschiedenen Bereichen, vor Publikum über aktuelle Probleme und künftige Herausforderungen zu diskutieren. Im Anschluss daran kann das interessierte Publikum sich direkt mit Fragen in die Veranstaltung einklinken. Wir führen also Fachleute und Publikum zusammen.
mw: Ein weiteres Element ist die Demo-Tape-Clinic, bei der Künstler ihre Bänder von einer Jury bewerten lassen können. Wie ist das Interesse daran?
Schnyder: Wir wurden regelrecht überrollt. Erwartet hatten wir etwa 200 Demos, eingeschickt wurden 747, davon 220 allein aus der Westschweiz.



