Musik

Pet Shop Boys mit Orchester

Das Duo hat „Panzerkreuzer Potemkin“ neu vertont.

“West End Girls“, „Suburbia“ oder „Always On My Mind“: Auf die Klassiker aus dem Band-Repertoire werden die Fans wohl oder übel verzichten müssen. Denn der exakt 72-minütige Auftritt der Pet Shop Boys hat mit einem normalen Konzert nichts gemeinsam. Nicht die eigenen Hits stehen im Fokus, sondern der im Hintergrund über eine Leinwand flimmernde Stummfilm aus dem Jahr 1925.

Am 2. September wird das britische Popduo erstmals seine Neuvertonung von „Panzerkreuzer Potemkin“, dem schwarzweißen Meisterwerk von Sergej Eisenstein, live in Deutschland präsentieren. Gemeinsam mit dem Dresdner Symphonieorchester sind die Briten damit als erste dem Wunsch nachgekommen, den Eisenstein einst geäußert haben soll: Die russische Regielegende hatte angeblich gehofft, dass nachfolgende Generationen ihre eigene Musik zu dem fiktiven Drama komponieren werden.

It’s A Sin

Dramatisch hergehen wird es im Zuge der Auftritte so oder so: Denn nicht nur Cineasten halten die Auftragsarbeit der Pet Shop Boys für eine Sünde. Die Kühnheit, die Originalmusik von Sergej Prokofjew zu ersetzen, grenze an Frevel und sei von vornherein zum Scheitern verurteilt, heißt es in entrüsteten Artikeln. Sollten die Kritiker bei einem der vier Deutschland-Konzerte zugegen sein, dürfte ihnen zumindest gedanklich ein Pet-Shop-Boys-Song nicht aus dem Kopf gehen: „What Have I Done To Deserve This?“