Schon wenige Stunden, nachdem Pearl Jam ein Konzert ihrer derzeit laufenden USA-Tournee beendet haben, können Fans sich den professionell abgemischten Mitschnitt auf der offiziellen Band-Homepage besorgen. Je Download zahlt der User 9,99 Dollar; auf einen Kopierschutz wurde absichtlich verzichtet, womit der legale Bootleg quasi mit Einverständnis der Musiker vervielfältigt werden kann.
Das ungewöhnliche Konzept stellt in der Bandhistorie nichts Neues dar. Schon vor fünf Jahren boten Pearl Jam Live-Mitschnitte ihrer damaligen „Binaural“-Tour auf CD an. Innerhalb kürzester Zeit erschienen so 70 Tonträger mit je zwei Stunden Spieldauer auf dem Markt. Positiver Nebeneffekt: Frontmann Eddie Vedder und seine Mitstreiter waren die Ersten, die fünf Alben gleichzeitig in den amerikanischen „Billboard“-Charts platzieren konnten.
Viva la Revolucion
Die außergewöhnliche Selbstvermarktungsstrategie ist möglich, weil in den USA Konzertmitschnitte als Künstlereigentum betrachtet werden. Die Plattenfirma kann demnach nur schwerlich Protest einlegen. Angesichts des unbestreitbaren Imagevorteils wäre dies bei Pearl Jam aber ohnehin nur verlorene Liebesmüh.


