Wer sich allerdings auf den angekündigten Auftritt der Swing-Legenden Max Greger, Hugo Strasser und Paul Kuhn mit der SWR-Bigband gefreut hatte, wurde enttäuscht: Dieser Auftritt fand nicht statt. Dabei waren die drei Solisten und die 17 Musiker der Bigband eigens zwei Tage lang zur Produktion der Gala angereist und hatten noch in der Generalprobe zur Benefizveranstaltung – zweieinhalb Stunden vor der Sendung – ihren Beitrag gespielt, den Klassiker „Mack The Knife“.
Anscheinend war Carreras, der bislang in seiner Gala alle Musikvorschläge – ob von Lena Valaitis oder Hansi Hinterseer – sozusagen unbesehen akzeptiert hat, nicht sehr glücklich über die fetzige Nummer, die die alten Herren auch noch live spielten, während der Rest der Gala vom Playback-Band kam. Jedenfalls ließ er den fassungslosen Kollegen ausrichten, ihr Beitrag gefalle ihm nicht – was anscheinend für den MDR, der zumindest auf dem Papier für die Carreras-Gala verantwortlich zeichnet, Grund genug ist, um eingeladene Künstler kurz vor der Sendung wieder vor die Tür zu setzen.
Pianist Paul Kuhn, dessen jüngste Plattenproduktionen – die CDs „Play It Again Paul“ und „Blame It On My Youth“ – beim Freiburger Label In & Out (im Vertrieb von in-akustik) erschienen sind, zeigt sich dementsprechend düpiert: „Kein Mensch hat sich entschuldigt; man hat uns wie dumme Jungs behandelt.“ Und er fragt: „Was hat Herr Carreras erwartet, dass wir spielen – einen Trauermarsch?“


