Musik

Papa Roach: Leichter Kurswechsel

Papa Roach verabschiedet sich vom Rap-Metal-Crossover, der die Band groß gemacht hat. Das aktuelle Album, „Lovehatetragedy“ (Dreamworks/Motor Music/Universal), setzt stattdessen auf eingängigen Rock.

“You Gotta Pay Your Dues“ sagen angloamerikanische Rocker. Eine Band muss den Staub der Straße geschluckt und in leeren Clubs gespielt haben, um bekannt zu werden. Wenn das stimmt, haben Papa Roach ihren Erfolg redlich verdient. 1993 gegründet, nahm das Quartett drei Alben für Independent-Labels auf, bevor DreamWorks auf die Band aus dem kalifornischen Vacaville, der „Welthauptstadt der Zwiebeln“, aufmerksam wurde. „Wir begannen mit Fun-Punk und entwickelten uns dann zum Hardcore. Ich konnte noch nicht richtig singen und probierte vieles aus, aber ich war miserabel. Dann begannen wir, melodischere Refrains einzubauen, und jeder von uns wurde ein besserer Komponist“, beschreibt Frontmann Jacoby Shaddix im Gespräch mit musikwoche.de die Entwicklung der Formation. Der Durchbruch kam schließlich vor zwei Jahren mit dem Album „Infest„, von dem Papa Roach allein in den USA drei Millionen Stück absetzte und das auch in Deutschland die Goldmarke erreichte. Der Preis, den die Band dafür zu entrichten hatte, war hoch. 24 Monate waren die Musiker fast ununterbrochen unterwegs. Das Quartett war ausgebrannt, übermüdet und ständig verkatert. „Ich habe befürchtet, dass ich in einem Leichensack zurück kommen würde“, meint Shaddix. „Nach zwei Jahren da draußen, in denen ich so viel von mir gegeben hatte, verlor ich die Kontrolle über mein Leben.“ Die meisten Songs zum neuen Longplayer, „Lovehatetragedy“ (Bestellnummer: 450 382-2), entstanden auf der letzten Tour: Die Band hatte in einem Bus ein mobiles Studio eingerichtet. Vom Rap-Metal der Vergangenheit hat sich Papa Roach verabschiedet und präsentiert stattdessen harten eingängigen Rock. „Wir sind eine Band, die sich immer weiterentwickelt hat“, urteilt Bassist Tobin Esperance. „Unsere einzige Konstante sind die hymnischen Melodien und epischen Refrains.“ Die Marketing-Kampagne umfasst TV-Spots auf Viva, MTV, RTL und Viva Plus, Anzeigen in „Visions“, „Intro“, „Musikexpress“, „Rolling Stone“ und „Computer Bild“ sowie umfangreiche Streetpromotion-Maßnahmen.