Musik

Panta Musik stellt sich gegen die Branchen-Entwicklung

Mit mehr Management aus der Krise

“Ich sehe keine Krise oder Veränderung im Schlager- und Volksmusikmarkt, denn die Rückgänge, die der Bundesverband hier gemeldet hat, sind bis zu 80 oder 90 Prozent hausgemacht“, sagt Wolfgang Teschner, Geschäftsführer Panta Musik GmbH. Diese provokante These belegt er mit den personellen Umstrukturierungen bei den Plattenfirmen: „Die Verluste haben so gut wie nichts mit der Brennerproblematik oder sonstigen Gründen zu tun, sondern vielmehr damit, dass eine Firma wie EMI, die mit Roman Rybnikar einen ausgemachten Experten für dieses Genre an Bord hatte, ihr Schlager-Team von zehn auf zwei Personen reduziert hat. Damit waren beim besten Willen die alten Abverkaufszahlen nicht mehr zu erreichen.“ Das gilt laut Teschner auch für die meisten anderen Firmen, wo „eklatante Marketing- und Vertriebsfehler für einen sehr großen Teil der Rückgänge verantwortlich waren. So gab es etwa über Monate hinweg beim Vertriebsübergang von Koch zu Universal Auslieferungsprobleme, wohingegen Marketing und A&R entgegen meiner Befürchtung sofort gut funktioniert haben. Und BMG hat sich mit der gleichzeitigen Veröffentlichung von einigen Schwerpunktthemen auch keinen Gefallen getan.“

Daraus zieht der Panta-Chef, der zuvor unter anderem bei Hans R. Beierleins Firma montana tätig war, die Schlussfolgerung, dass „der Schlagermarkt ohne all diese internen Probleme im vergangenen Jahr statt einem Minus von zwölf Prozent plus-minus null oder maximal minus drei Prozent gemacht hätte. Wenn es überhaupt eine Krise gibt, dann ist es eine Krise der Kreativen – bei A&R, Marketing und Vertrieb.“ Aus diesem Grund intensiviert Teschner, dessen Firma unter anderem Al Bano Carrisi, Nino De Angelo, Monika Martin und André Stade betreut, seit einiger Zeit die Bemühungen im Management-Bereich. Dazu gehört, „die richtigen Rohdiamanten zu finden und sie drei oder vier Jahre lang wachsen zu lassen. Heute wird bei den Plattenfirmen nicht mehr richtig mit den Künstlern gearbeitet. Durch die hohe Fluktuation in unserer Branche gibt es in den Firmen ein so reduziertes Niveau beim Know-how wie in keiner anderen Branche.“ So müsse Panta Musik als Management-Firma heute Aufgaben übernehmen, für die vor zehn Jahren noch die Plattenfirmen zuständig waren – wie VÖ-Planungen oder strategische Fragen.

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