Musik

OutRage kritisiert Mobo Awards

Die neunten Mobo Awards, die am 30. September in London vergeben werden sollen, stehen schon jetzt unter einem schlechten Stern. Die Organisation OutRage, die sich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen einsetzt, beklagt die Nominierung von Elephant Man und Vybz Kartel.

Die neunten Mobo (Music of Black Origin) Awards, die am 30. September in London vergeben werden sollen, stehen schon jetzt unter einem schlechten Stern. Die Organisation OutRage, die sich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen in der Gesellschaft einsetzt, beklagt die Nominierung von Elephant Man und Vybz Kartel. Die beiden Reggae-Sänger aus Jamaika rufen in ihren Songs zu Gewalt gegen Homosexuelle auf. „Wir sind enttäuscht, dass die Mobo Awards Künstlern eine Plattform bieten, die in ihren Songs zum Mord an Schwulen aufrufen“, beklagte OutRage-Sprecher David Allison. Die Organisation hat bereits den Sender BBC1 ersucht, von einer Ausstrahlung der Preisverleihung abzusehen. Ein Mobo-Sprecher erklärte inzwischen, dass es sich bei den betreffenden Songs der Künstler um Material handelt, das schon vor Jahren veröffentlicht wurde. Elephant Man und Vybz Kartel hätten ihre Texte seither geändert, zudem seien sie mit zwei aktuellen Singles nominiert. OutRage kündigte ungeachtet dessen an, die TV-Übertragung verhindern zu wollen. Ein Sprecher des Senders ließ unterdessen wissen: „Die BBC wird keine homophoben Texte ausstrahlen.“ Bereits vor einem Jahr gab es im Vorfeld der Mobo Awards aus ähnlichen Gründen Proteste von OutRage. Damals waren Beenie Man, Bounty Killer und ebenfalls Elephant Man nominiert. Gegen die drei Reggae-Stars ermitteln seit kurzem auch die britischen Behörden. Abseits der unschönen Randereignisse gibt es auch Künstlerisches zu den Mobos zu vermelden: So führt Kanye West mit sieben Nennungen die Liste der Nominierten an. Dreimal darf sich Großbritanniens R&B-Hoffnung Jamelia Hoffnungen machen. Außerdem im Rennen: Alicia Keys, OutKast, Brandy, Joss Stone und Jamie Cullum.

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