Musik

Opulenter und kenntnisreicher Wälzer

Wer bislang eine umfassende Geschichte des Jazz lesen wollte, der konnte lang suchen. Doch nun hat die Not ein Ende. Der Großverlag Econ/Ullstein/List hat sich mit einem opulenten Wälzer dieses Themas angenommen.

Unter dem Titel „Jazz“ liefert das großformatige Buch einen hervorragend recherchierten und ebenso spannend wie kenntnisreich geschriebenen Überblick über die Geschichte des Genres. Mehr als 500 zum Teil vorher unveröffentlichte Fotos lassen auch visuell nichts zu wünschen übrig. Wer sich für Jazz interessiert, will hier nicht mehr aufhören, zu lesen; die Leidenschaft der Autoren für ihr Thema teilt sich jedem mit, der nur ein Fünkchen Sensibilität aufbringt. Das Buch entstand als Begleiter zu einer Fernsehserie für das amerikanische Public TV, an der die Beteiligten sechs Jahre lang arbeiteten – diese Sorgfalt zahlt sich in der beeindruckenden Stringenz aus, mit der die Fülle des Stoffes auf den Punkt gebracht wird. Da es sich um eine amerikanische Serie handelte, steht die Geschichte des nordamerikanischen Jazz im Fokus; das Jazz-Geschehen im Rest der Welt findet so gut wie gar nicht statt. Auch die letzten drei Jahrzehnte, seit „Bitches Brew“ von Miles Davis und der Fusionwelle der Siebziger, kommen zu kurz.

Kenneth Burns/Geoffrey C. Ward: Jazz – Eine Musik und ihre Geschichte Econ; ISBN 3-430-11609-0; 482 Seiten; 65 Euro