musikwoche.de dokumentiert in diesem Online-Dossier Standpunkte, Meldungen und Reaktionen – von der Keynote des ehemaligen Staatsministers für Kultur und Medien, Dr. Julian Nida-Rümelin, bis zur aktuellsten Entwicklung.
Im Anschluss an Nida-Rümelins Keynote-Rede auf der Popkomm., in der der Staatsminister für Kultur und Medien eine Radioquote für sinnvoll erklärte, wandten sich die Spitzenverbände der Musikwirtschaft an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, um sie an ihren Kulturauftrag zu erinnern. Vom Bundesverband Phono bis zum VUT fordern die Branchenvertreter von den Sendern eine Quote für neue Talente und deutschsprachige Produktionen. Diese Quotierung würde die Vielfalt der Musikkultur stärken, so die Initiatoren. Sie würde zu mehr Medienpräsenz der betroffenen Künstler führen und so wiederum die Investitionen der Musikwirtschaft unterstützen sowie die künstlerische Kreativität fördern.
Kern der Forderung: 50 Prozent aller gesendeten Musiktitel sollen Neuheiten, davon wiederum 50 Prozent deutschsprachige Titel sein. Als Neuheiten gelten dabei Veröffentlichungen, die nicht älter als drei Monate sind, und Interpreten, die bisher maximal zwei Alben veröffentlicht haben, wobei keines mehr als 150.000 Einheiten verkauft haben darf (Gold-Status). Nach Ansicht der Verbände befindet sich eine derartige Quotenregelung im Einklang mit EU-Recht. Grund für die konzertierte Aktion: Seit Monaten klagt die Musikbranche darüber, dass Radios ihre Trendsetter-Funktion verloren hätten. Statt Hits zu machen, spielten sie nur die Hits ab, so der Vorwurf. Bei ihrer Initiative stützt sich die Musikwirtschaft auf die Quoten-Erfahrungen, die seit 1994 in Frankreich gemacht werden. Inzwischen ist der französische Musikmarkt der einzige unter den führenden fünf Märkten weltweit, der auch in Zeiten der Konjunkturschwäche mit Zuwachsraten aufwarten kann.
Die Initiatoren appellieren deshalb an die Radiosender, die Quote sofort im Rahmen einer Selbstverpflichtung einzuführen. Da die Kompetenz für Medienrecht in Deutschland bei den Bundesländern liegt, fordert die Musikwirtschaft zudem die Regierungen und Parlamente der Länder auf, die Regelungen in ihre jeweiligen Landesmediengesetze aufzunehmen.
„Wir danken dem Staatsminister für sein Engagement“
Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, zur Quoten-Initiative: „Nahezu alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind in den letzten Jahren dazu übergegangen, musikalischen Mainstream zu senden, statt die Musikkultur in ihrer Breite zu präsentieren. Dadurch vernachlässigen die Sender ihren Kulturauftrag. Wir danken Staatsminister Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin für sein Engagement zu diesem Thema, das er am heutigen Freitag während seiner Rede auf der Popkomm. nachdrücklich dokumentiert hat. Früher waren Radiostationen musikalisch ambitioniert, hatten Trendsetter-Funktion und ‚machten“ Hits. Viele Menschen kauften dann die Platten, die sie vorher im Radio gehört hatten. Heute hört man im Radio in aller Regel die Songs, die schon in den Charts sind und sich bereits als erfolgreich erwiesen haben. Im Ergebnis fehlt musikalische Breite.“
Und so ging es weiter (chronologische Sortierung)
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“ Medienrechts-Experte Prof. Dr. Thomas Hoeren zur Zulässigkeit einer Quote (07.04.03)
“ Die wichtigsten Ergebnisse der Emnid-Studie im PowerPoint-Format (07.04.03)
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Mehr zum Thema Radioquote auf der Popkomm. 2002
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“ Keynote von Nida-Rümelin (Word-Dokument)
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