Musik

Ohrenschmaus und Augenweide: Magdalena Kozená

Die 29-jährige Mezzosopranistin Magdalena Kozená veröffentlicht bei der Deutschen Grammophon mit „Le Belle Immagini“ eines der wichtigsten Alben des Labels in diesem Jahr.

Ein warmes Timbre, musikalische Tiefe und Leidenschaft, mit diesen Attributen überzeugt Magdalena Kozená auf ihrer neuen CD. Mit ihrem vierten Solo-Album begibt sich die tschechische Sängerin diesmal auf die Spuren ihres Landsmannes Josef Myslivecek. Denn mit „La Belle Imagini“ wollte sie auf ihre Wurzeln verweisen, erklärt die Sängerin, die sich als „musikalische Botschafterin ihres Landes“ versteht. Auf dem Album setzt sie den relativ unbekannten Komponisten in Beziehung zu Wolfgang Amadeus Mozart und Willibald Gluck. „Ich denke, die Kombination auf dieser CD ist gelungen, denn Myslivecek und Mozart waren nicht nur Zeitgenossen, sie waren auch eng befreundet.“ Gluck wuchs in Böhmen auf und studierte wie Myslivecek in Prag. Der Kreis schließt sich zudem bei der Wahl der Arien. So stellt Kozená zum Beispiel Glucks „La Clemenza Di Tito“ der Version Mozarts gegenüber.

Das aufwändig gestaltete Booklet zeigt die Künstlerin in „ihrem“ Prag, und die Darstellung widerspricht dem Bild einer strengen Opernsängerin. Jung, blond und groß gewachsen sollen auch ihre äußere Reize dazu beitragen, dass aus der Newcomerin bald ein bekannter Name wird. „Bei Kozená trifft sich eine selten glückliche Paarung: Sie hat Substanz und ist hübsch“, betont Promotion-Managerin Anne Olschewski. Diese Konstellation will auch Christian Kellersmann, Managing Director bei Universal Classics & Jazz, nutzen: „Klassikkünstler wurden in der Vergangenheit als Leute vermarktet, die in einem Elfenturm sitzen und gar nicht mitbekommen, was in der Welt geschieht.“ Heute müsste die Plattenfirma viel mehr die Person des Künstler in den Vordergrund stellen, um bei den Medien Beachtung zu finden. Doch für eine große Karriere erfüllt Kozená alle Voraussetzungen; einen Echo und einen Grammophon Award nennt sie bereits ihr Eigen.

Passend zur CD-Veröffentlichung sorgt eine Europa-Tour zusätzlich für Aufmerksamkeit. „La Belle Imagini“ erhielt ein breites Medienecho, unter anderm mit Titelgeschichten in „Applaus“ und „Fono Forum“. Geplant ist im Herbst ein TV-Auftritt bei „Klassisch“ (ZDF), und Universal nominiert das Album für den Echo Klassik.