Musik

Oh Susanna: Songwriter-Talent mit Substanz

Nach Eva Cassidy präsentiert das englische Label Hot (in Deutschland im Vertrieb von Zomba) mit Suzie Ungerleider alias Oh Susanna erneut ein herausragendes musikalisches Talent.

“Durch den posthumen Erfolg von Eva Cassidy hat Hot große Aufmerksamkeit erlangt, verfügt über Geld und gute Kontakte. Das kommt auch mir sehr zugute“, erzählt die kanadische Musikerin, die ihren Künstlernamen dem berühmten Traditional „Oh Susanna“ entnahm, im Gespräch mit musikwoche.de. „Ich brauche mich um viele organisatorische Dinge nicht mehr selbst zu kümmern und kann mich ganz auf die Musik konzentrieren“, berichtet die Künstlerin. Auf ihrer CD Sleepy Little Sailor präsentiert sie sich als Singer/ Songwriter-Ass in der Liga von Künstlerinnen wie Lucinda Williams, Gillian Welch oder Nanci Griffith.

Die Sängerin österreichisch-ungarischer Abstammung schlägt den Hörer mit einer zarten, verführerischen Stimme von unwiderstehlichem Charme in ihren Bann. Genauso beeindruckend sind ihre Songschreiberqualitäten, die unvergessliche Melodien und ernsthafte Texte über Liebe und Schmerz, Sehnsucht und Verzweiflung, Mord und Totschlag, Sünde und Verdammnis zu Tage fördern. Stilistisch pendeln ihre Songs zwischen Country, Rock und Folk.

Eine Einordnung in die „Americana“-Schublade sei somit nicht falsch, betont die Musikerin, greife aber zu kurz. Diese Kategorisierung treffe eher auf das in Deutschland nicht erschienene Vorgängeralbum „Johnstown“ zu. Zu ihren musikalischen Einflüssen zählt Oh Susanna indes auch Songschreiberinnen wie Kate Bush oder klassische Soul-Musik. Letztere Vorliebe kommt auf „Sleepy Little Sailor“ mit einer feinfühligen Cover-Version des Otis-Redding-Stücks „I“ve Got Dreams To Remember“ zum Tragen. Ab dem 27. November gibt Oh Susanna fünf intime Solo-Konzerte in Deutschland im Doppelpack mit der ebenso famosen Handsome Family – ein Tourneehöhepunkt des Herbstes.