Zwar trägt die Musik der in Texas aufgewachsenen Singer/Songwriterin die Erbinformationen des Jazz in sich, aber auch die Leichtigkeit des Pop. Erdige Blues-Elemente und eine gehörige Portion Country verhindern dagegen eine allzu traumwandlerische Leichtfüßigkeit. Sie dürfte mit der Intimität ihrer Stimme selbst Freunde des gepflegten Krachs überzeugen. Und man möchte ihr, gemäß des Album-Titels, für alle Zeiten in eine Welt folgen, in der nur der pure emotionale Ausdruck zählt.
Von Arif Mardin produziert, besticht „Come Away With Me“ (Blue Note/Capitol/EMI, Bestellnummer: 5 32088 2) weniger durch Aufwändigkeit, sondern vielmehr durch Simplizität und Direktheit. „Ich wusste genau, dass ich keine große Produktion wollte, als wir ins Studio gingen. Vor der Arbeit an diesem Album spielte ich hauptsächlich Jazz-Standards, bei denen die Stimme gerade mal von einem Piano oder einer Gitarre begleitet wurde. Ich mag die Kargheit in der Musik, die dazu führt, dass wirklich die Songs zählen. Meine Lieblingstücke waren immer schon die langsamen, ruhigen Balladen, die dich einfach näher an die Persönlichkeit des Künstlers heranführen“, erzählt die 22-jährige Norah Jones.
Lässt man ihre Musik vorbehaltlos auf sich wirken, streichelt sie einem sanft und gleichzeitig fordernd die Seele. Und das, ohne auch nur in einem einzigen Ton nach Entspannungsmusik zu klingen. In Amerika hat man die außergewöhnlichen Qualitäten ihrer Musik bereits entdeckt. Dort platzierte sich das Album in den Top 50 der Charts. Capitol unterstützt die Veröffentlichung der Platte in Deutschland mit einer breit angelegten Anzeigenkampagne. Im Mai erscheinen zudem in zahlreichen Musik-, Frauen- und Lifestyle-Magazinen Berichte über die Künstlerin. Ende des Wonnemonats spielt Norah Jones zudem zwei Konzerte in Deutschland.



