Musik

Nokia erwägt Einstieg ins Musikgeschäft

Nokia will laut Multimedia-Chef Anssi Vanjoki im Jahr 2004 einen profitablen Multimediaarm aufbauen. Dazu wollen die Finnen ihre prallgefüllte Kriegskasse einsetzen oder selbst ein Musiklabel gründen.

Der Mobilfunkausrüster Nokia will laut Multimedia-Chef Anssi Vanjoki im Jahr 2004 einen profitablen Multimediaarm aufbauen. Dazu könnte der finnische Hersteller von Mobiltelefonen z.B. seine prallgefüllte Kriegskasse zur Übernahme von entsprechenden Technologie- oder Inhalteanbietern einsetzen, sagte Vanjoki der „WirtschaftsWoche“: „Akquisitionen sind immer eine Möglichkeit, wenn man die finanziellen Mittel dazu hat. Nokia hat zwölf Mrd. Euro in der Kasse.“ Zum Vergleich: Das Konsortium um Edgar Bronfman Jr. gab rund 2,6 Mrd. Dollar für den Kauf von Warner Music aus, und der Börsenwert EMIs rangiert derzeit bei rund 1,55 Mrd. Pfund oder umgerechnet rund 1,8 Mrd. Dollar. Nokia sei längst eine jugendliche Trendmarke, die in den Bereichen Vertrieb, Logistik und Markenmanagement gut aufgestellt sei, „aber warum sollen wir nicht Technologie oder Inhalte dazukaufen?“ Schließlich sei sogar die Gründung eines eigenen Musiklabels denkbar, denn Nokia sei längst kein „kein traditioneller Mobiltelefonhersteller mehr“: „Wir sind Kamerahersteller, Software- und Spieleentwickler und mobiler IT-Dienstleister.“ Erst vor wenigen Tagen hatte Nokia in Kooperation mit anderen Technologieriesen die Entwicklung eines eigenen DRM-Systems angekündigt und seine deutsche Geschäftsführung umgebaut.

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