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Noch rund 100 Tage bis zur Euro-Einführung: Erhöhter Bedarf an Wechselgeld erwartet

In den ersten beiden Monaten des kommenden Jahres können Kunden ihre Einkäufe mit zwei Währungen bezahlen. Da der Handel Wechselgeld nur noch in Euro ausgeben soll, ist hier mit einem deutlich erhöhten Bedarf zu rechnen.

Bereits heute sollte jeder Händler seine Bank informiert haben, wie viel Euro-Bargeld in welcher Stückelung er zum Jahreswechsel benötigt. Gerade in den ersten Monaten des kommenden Jahres besteht ein höherer Bedarf an Wechselgeld, da die Konsumenten noch bis zum 28. Februar 2002 mit Mark-Noten und -Münzen zahlen dürfen, aber Euros und Cents als Wechselgeld erwarten. Schätzungen gehen in diesem Zusammenhang von der fünf- bis zehnfachen Menge an Wechselgeld aus.

Die Mark-Beträge sollte der Handel an die Banken zurückführen und nicht weiter verwenden. Händler fürchten vor diesem Hintergrund, für viele Konsumenten zur „Wechselstube der Nation“ zu werden, wie kürzlich der nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Mittelstandsminister Ernst Schwanhold (SPD) sagte.

Um die Situation zu entspannen, sollten die Mitarbeiter an der Kasse die Konsumenten bitten, mit Bargeld möglichst genau zu zahlen, oder auf Kredit- oder Scheckkarten zurückzugreifen. Dennoch erscheint es ratsam, im Vorfeld mit der Hausbank zu klären, welche Möglichkeiten zur kurzfristigen Nachversorgung mit Euro-Münzen bestehen. Darüber hinaus sollte sichergestellt sein, dass ausreichend große und sichere Lagermöglichkeiten für den erhöhten Bargeldbedarf vorhanden sind. Für manchen könnte sich auch ein Gespräch mit seiner Versicherung lohnen, inwieweit eventuelle Verluste in der Übergangszeit abgedeckt sind.

Allerdings bringt der erhöhte Wechselgeldbedarf nicht nur logistische Probleme mit sich, wie Prof. Johann Hellwege, Hauptgeschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels (BAG) kürzlich gegenüber der „WirtschaftsWoche“ erklärte: „Die Eigenkapitaldecke ist bei manchen Handelsunternehmen so dünn, dass die Vorfinanzierung der Sicherheiten für die Euro-Bestände und der Wareneinkauf von Weihnachten die Kreditlinie sprengen kann.“

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Personal sollte geschult sein

Ein Basiswissen zur neuen Währung sollte jeder Verkäufer besitzen. Spezielle Schulungen sind nach Ansicht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie vor allem für das Kassenpersonal erforderlich, das in der Übergangszeit bis zum 28. Februar mit zwei Währungen arbeiten muss. Zusätzlich sollten alle Mitarbeiter in der Lage sein, echte von falschen Banknoten zu unterscheiden vor allem, weil im hektischen Weihnachtsgeschäft vermehrt mit falschen Mark-Scheinen zu rechnen ist. Weiter- bildungen zum Thema Euro bieten zum Beispiel die Industrie- und Handelskammern oder die Geschäftsstellen der Landeszentralbanken an.