Musik

No Angels stürzen ab

41-mal null Punkte für die Performance der „No Angels“: Der Eurovision Song Contest in Belgrad endete für Deutschland mit einem Desaster.

International betrachtet waren die Engelchen selbst fast die einzigen, die ihrem Auftritt etwas Positives abgewinnen konnten: Bulgarien stiftete zwölf Punkte, die Schweiz spendete zwei dazu – das war’s dann aber auch. Und doch: „Die Reaktion auf uns war toll, wir sind immer noch eure Engel“, lautete Lucys Statement nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Und auch Jessica erklärte – wenngleich zart geschockt – „wir können auch stolz auf uns sein“. Die Einstellung ist durchaus löblich; so kann man auch aus einem soliden letzten Platz noch ein Quentchen Eigenmotivation beziehen. Vielleicht nicht so wie Sänger Dima Bilan, der sich mit dem Englisch gesungenen Popsong „Believe“ klar gegen die 24 Mitbewerber durchsetzen konnte – aber immerhin. Bleiben wir daher mal bei der positiven Betrachtungsweise des diesjährigen Song Contests und fokussieren wir die gute Nachricht: Ab jetzt geht’s nur noch aufwärts mit Beiträgen made in Germany.

Und wer hat’s schon immer gewusst? Genau: Ralph Siegel. Vor der Bild am Sonntag erklärte der Komponist, es läge am NDR und dessen Einstellung. „Bei der Vorauswahl wird erst gar nicht nach Siegern gesucht“, behauptete der Veteran des deutschen Schlagers, sondern „Leute, die ein Liedchen trällern und die Einschaltquote rauftreiben“. Er muss es wissen, schließlich war Siegel der einzige, der Deutschland einen Sieg beim Grand Prix beschert hatte. 1982 war das mit Nicole und „Ein bisschen Frieden“. Die Älteren unter den Lesern können sich vielleicht noch erinnern. Gute alte Zeit…