Musik

Nicole blickt in die Seele

„Für die Seele“ (Jupiter/BMG) nennt Nicole ihr neues Studioalbum. Zwei Jahre hat sie sich dafür Zeit gelassen. Die Sängerin will damit ein Statement abgeben.

“Ich habe mich gefragt, was mit unserer Musiklandschaft passiert ist. Dass manche Leute meinen, sie kommen aus dem Container und können singen, ist mir auf den Senkel gegangen.“ Nicole möchte mit „Für die Seele“ hingegen zeigen, dass es auch in Zeiten von Castingshows und Retortenkünstlern noch ein Bedürfnis der Hörer nach guten deutschen Texten mit Tiefgang gebe, das diesem Trend widerspreche. Denn sie ist überzeugt: „Die Leute wollen das nicht. Man bietet ihnen nur nichts anderes an.“ Für die zwölf neuen Songs hat sich die Sängerin mehr als zwei Jahre Zeit gelassen. Fünf Texte hat sie selbst verfasst, und auch bei den restlichen Titeln legte Nicole großen Wert auf die Botschaft. Ein Album zum Zuhören wollte sie veröffentlichen mit Balladen, die ihr aus der Seele sprechen. Denn das Wichtigste sei ihr Authentizität, sagt Nicole, und die habe sie sich in ihrer 23-jährigen Karriere bislang auch erhalten. Dabei lebte sie den Traum vieler Jugendlicher, die sich heute via TV eine Showkarriere erhoffen: Mit 16 bekam sie den ersten Plattenvertrag beim Label Jupiter Records, dem sie bis heute treu ist. Mit 18 Jahren gewann sie den Grand Prix. Zwei Jahre später war sie bereits verheiratet, aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Es folgten ein Echo und elf goldene Stimmgabeln. Und all die Jahre überlebte sie ohne Skandale und Schlagzeilen. Davon erzählt der Song „Wahre Liebe“: „Es gibt manche Leute, die mich belächeln, weil ich nie einen Skandal hatte. Dabei denke ich mir: Wie arm sind diese Menschen, die glauben, man muss Skandale produzieren, um Erfolg zu haben. Ich habe versucht, das zu widerlegen, und das ist mir bis heute auch gelungen.“ Ein anderes autobiografisches Erlebnis verarbeitet die Sängerin in „Nadja“. „Sie war ein 14-jähriges Mädchen, das mich vor ihrem Tod kennen lernen wollte. Nach dem Treffen habe ich mir auf dem Flug nach Hause alles aufgeschrieben, was mich damals bewegt hat. Und nun, nach acht Jahren, findet dieses Lied den Weg aus meiner Seele heraus.“ Eine Limited Edition des Albums wartet zusätzlich mit sechs Minuten Video auf, die Einblicke in Nicoles „Katakomben“ – ihr Studio im Keller – liefert. Vom schlechten Markt will sich die Sängerin jedoch nicht einschüchtern lassen: „Jammern nutzt nix. Man darf nicht warten, bis sich etwas ändert, sondern muss dann eben rackern.“