Der Held des düsteren Indierocks macht seinem Namen mal wieder alle Ehre. „Dig, Lazarus, Dig!!!“, soll das mittlerweile 14. Studioalbum von Nick Cave und seiner Band „The Bad Seeds“ heißen. Der biblische Bezug zur Figur des Lazarus ist dabei Programm. Cave verlegt die Geschichte des von den Toten Auferstandenen ins moderne New York und verleiht ihr damit ein „hippes, zeitgemäßes Gefühl“.
In einem Interview erklärte Cave seine persönliche Faszination für das Thema: „Nachdem ich als Kind in der Kirche die Geschichte von Lazarus gehört habe, war ich verstört und besorgt. Ja, traumatisiert. Wir empfinden natürlich alle Ehrfurcht vor diesem größten Wunder Christi – einen Mann von den Toten zu erwecken – aber ich konnte nicht anders als mich zu fragen, was Lazarus dabei empfand. Als Kind habe ich davon Gänsehaut bekommen, ganz ehrlich.“
It’s magic!
Weiter meinte er: „Ich musste auch an Harry Houdini denken, der eine Menge Zeit darauf verwendete, die Geisterseher zu entlarven, welche lediglich die Hinterbliebenen abzocken. Er war überzeugt davon, dass es nichts jenseits des Grabes gab. Er war der zweitgrößte Entfesslungskünstler, Lazarus war der größte! Mir ging es darum, eine Art Instrument, ein Medium für Houdini zu erschaffen, damit er zu uns aus dem Jenseits sprechen kann, wenn er das möchte! Wenn man sich den Song spät nachts ganz genau anhört, dann kann man seine Stimme und das traurige Klirren seiner Ketten hören!“
Produziert wurde das scheinbar latent unheimliche Werk unter anderem von Nick Launay, der auch schon am letzten Album „Abattoir Blues / The Lyre of Orpheus“ die Regler kontrollierte. Erscheinen soll es Anfang März. Es ist das erste Album von Nick Cave & The Bad Seeds seit vier Jahren.


