Musik

Neuer russischer Anbieter von Billigdownloads provoziert Branche

Die Anwälte der internationalen Tonträgerbranche haben eine neue Aufgabe in Russland. Mit dem Start des Moskauer Downloadunternehmens LegalSounds.com sind juristische Konflikte programmiert.

Die Anwälte der internationalen Tonträgerbranche haben eine neue Aufgabe in Russland. Mit dem Start des Moskauer Downloadunternehmens LegalSounds.com sind juristische Konflikte programmiert. Vom Namen der Firma sollte man sich als User nicht täuschen lassen, legal dürfte am dem Angebot kaum etwas sein. Wer einzelne Downloads für 14 US-Cents und ganze Alben ab 1,50 Dollar anpreist, löst bei IFPI und RIAA in der Regel sofort den Alarm aus. Hinzu kommt, dass LegalSounds.com damit wirbt, auch Songs der Beatles im Programm zu haben. Allerdings hat derzeit niemand die Onlineverkaufslizenzen für Beatles-Repertoire – ein Umstand, den wohl kaum ein Gelegenheitskunde kennt, der aber in Branchenkreisen allgemein bekannt ist. Daher ist auch fraglich, ob für den restlichen Katalog ordnungsgemäß die Rechte geklärt wurden. LegalSounds.com behauptet, man habe ein rechtsgültiges Lizenzabkommen mit der Russian Multimedia and Internet Society abgeschlossen.

Ein Blick auf die Website macht jedoch deutlich, dass es die kaum ausschließlich auf russische Kundschaft abgesehen hat. Die Texte sind durchweg in Englisch gehalten, Titel in Dollar ausgepreist und die angebotenen Songs entsprechen durchweg den Ansprüchen westlicher Fans. Im zu erwartenden Konflikt mit den Rechteinhabern wird es wohl auch nicht helfen, dass LegalSounds.com sich als Alternative zu P2P-Diensten positioniert. „Das Ende der P2P-Netze ist nahe!“, wirbt die Firma in ihrer Pressemitteilung. Ob die IFPI jedoch mit einer Klage gegen das Unternehmen Erfolg haben wird, ist fraglich. Schon im ähnlich gelagerten Fall AllOfMP3.com kommt die Branche aufgrund der antiquierten Urheberrechtsgesetze in Russland vorerst nicht weiter.

Mehr zum Thema