Musik

Neuer Dance-Preis sorgt für Verstimmung

Am 10. Juli, im Vorfeld der Love Parade, finden in Berlin die Deutschen Dance Awards (DDA) statt. Das verkündeten die Deutsche Phono-Akademie, die Arbeitsgemeinschaft Dance im Bundesverband Phono und New Yorker Music & Media GmbH. Damit erzeugten sie bei Public Propaganda, Initiator der German Dance Awards, Irritationen.

“Wir wollen Dance mit diesem nach dem Echo zweitwichtigsten deutschen Musikpreis noch größer machen“, kündigt Volker Putzmann, Geschäftsführer New Yorker Music & Media GmbH an. Seine Firma fungiert als Hauptpartner der DDA. Der neue Name für die Awards wurde nötig, da die Namensrechte für die German Dance Awards (GDA) bei der Firmengruppe Public Propaganda liegen, die laut den DDA-Veranstaltern nicht mehr an der Preisverleihung beteiligt ist. „Ich möchte Public danken, dass sie einen Dance-Preis in Deutschland etabliert haben, und finde es schade, dass sie nun nicht mehr dabei sind“, so Putzmann. Oliver Schulten, Geschäftsführer der Phono-Akademie, ergänzte, die Industrie müsse sicherstellen, dass es einen „richtig guten Dance Award“ gibt. Ausführung und Bewertung dürften „nicht allein in der Hand eines privaten Unternehmens liegen“. Die Auswahl der Sieger müsse „so objektiv wie möglich entschieden werden“, so Schulten. Deshalb liegen bei der Phono-Akademie und der Dance-AG künftig die Namens- und Veranstaltungsrechte ebenso wie die inhaltliche Verantwortung. Wenig begeistert von dieser Entwicklung zeigte sich Public-Geschäftsführer Oliver Wegener-Pavenstedt, der sich mit der Phono-Akademie noch in Gesprächen über eine gemeinsame Organisation der GDA wähnte: „Es laufen eigentlich noch Verhandlungen mit den Verbänden. Zudem gab es einen Beschluss der Dance-AG zugunsten des GDA-Konzepts.“

Public hätte laut Wegener-Pavenstedt der Phono-Akademie die Markenrechte der GDA für 10.000 Euro abtreten sollen – „eine Summe, die bei Investitionen in Höhe von 150.000 Euro in den vergangenen drei Jahren kaum angemessen scheint“, findet Wegener, der diese Aufbauarbeit zusammen mit der Firma Discomania geleistet hatte. Bis Redaktionsschluss blieb unklar, auf welchem Wege und ob sich die Parteien einigen wollen.