Die Serie des Traditionslabels Deutsche Grammophon startete mit den Zusammenstellungen „Harald Schmidt trifft Johann Sebastian Bach“ und „Iris Berben trifft Guiseppe Verdi“ (musikwoche.de 19). Die Reaktionen auf die CDs, die vor allem jüngere Käuferschichten für klassische Musik begeistern sollen, sind vielversprechend, wie Christian Kellersmann, General Manager Classics & Jazz bei Universal CJFE, unterstreicht: „Wir sind extrem zufrieden. Unser Presse-Ordner ist kiloschwer: Von ‚Bild‘ bis ‚Spiegel‘, ‚FAZ‘ bis ‚SZ‘, vom ‚Flensburger Tagblatt‘ bis zum ‚Bayernkurier‘ sind fast alle Medien auf ‚… trifft…‘ eingestiegen.“
Als PR- „Sternstunde“ bezeichnet er den Auftritt des Thomanerchors in der „Harald Schmidt“-Show. Auch die Abverkäufe der von Schmidt ausgewählten Bach-Edition seien sehr erfreulich: „Wir haben täglich Nachbestellungen. Und ‚Iris Berben trifft Giuseppe Verdi‘ zieht langsam auch nach.“
Äußerst positiv seien die Reaktionen des jüngeren Publikums, während es von „Klassikverwaltern älteren Stils auch Gegenwehr“ gebe. Dies dürfte auch bei den neuen VÖs der Fall sein: Christoph Schlingensief, Enfant Terrible in Theater, Film, Fernsehen und Politik, nahm sich Richard Wagners an und wählte Passagen aus Opern wie „Tannhäuser“, „Lohengrin“ oder dem „Ring“ aus. Im Booklet preist er Wagner als Erfinder der Soap Opera und berichtet von der geschmackssteigernden Wirkung seiner Musik. Er selbst habe Salami mit Wagner-Musik beschallt und dann Cottbuser Hausfrauen zum Probieren gegeben. Die hätten unisono deren geschmackliche Überlegenheit gegenüber unbeschallter Salami festgestellt.
Nicht weniger interessant fällt Pop-Theoretiker Diedrich Diederichsens Schönberg-Auswahl aus, mit der er aufzeigen will, dass dessen Werk der Gegenwart „einiges zu sagen hat“ und der Entdeckung durch Pop-Elektroniker und Ambient-Musiker harrt. Für beide Compilations sollen auch Anzeigen in Pop-Magazinen wie „Spex“ und „Rolling Stone“ erscheinen. Christian Kellersmann betont, dass die „.. trifft…“-Reihe beileibe nicht das einzige Universal-Konzept sei, um Klassik der Jugend nahe zu bringen. Er verweist auf „rappelvolle“ Club-Abende mit klassischer Musik unter dem Motto „Yellow Lounge“ in Hamburg und Berlin. „Und auf unsere gemixte Klassik-Compilation ‚mondän‘, die passend zur Popkomm. erscheint, erhalten wir gerade aus der Chillout-Szene Bestnoten.“


