Vor knapp zwei Monaten hatte Apple-Macher Steve Jobs allen Gerüchten rund um einen Video-iPod und kostenpflichtige Video-Downloads mit Musikclips und anderen Inhalten noch eine Absage erteilt: „Kopfhörer sind etwas Wunderbares. Doch leider gibt es noch keine Kopfhörer für Videos“, sagte der Apple-Chef am Rande einer Konferenz, die das „Wall Street Journal“ in Kalifornien ausrichtete.
Doch ausgerechnet das „Wall Street Journal“ will nun neue Belege gefunden haben, die ein bevorstehendes Engagement Apples im Geschäft mit Videos nahe legen. So habe es bereits Gespräche über die Lizenzierung von Clips mit den Majors Universal, Sony BMG, EMI und Warner gegeben. Auch mit verschiedenen TV-Konzernen stehe Apple in Verhandlungen, heißt es. Das Blatt will sogar bereits vom Verkaufsstart im September erfahren haben, selbst ein Preis soll schon feststehen: 1,99 Dollar würden Kunden demnach für einen einzelnen Musikvideoclip zahlen müssen, Rabatte seien beim Kauf von Clip und Songs eingeplant.
Spätestens mit der Veröffentlichung der iTunes-Version 4.8 im Mai rückte eine mögliche Videostrategie Apples in den Fokus: Mit dem Software-Update können Nutzer der Betriebssysteme Windows und Mac OS X auch Videos speichern und abspielen. iTunes 4.8 unterstützt dabei die Dateiformate .mov und MP4. Zusammen mit dem hochauflösenden Video-Codec H.264 könnte dies der Startschuss für einen iTunes Video Store sein, mutmaßten Beobachter schon damals.



