“Die Musik-DVD ist ein Zukunftsmarkt“, formuliert Sebastian A. Niemann, Product Manager Capitol/Virgin Marketing Catalogue, der diejenigen DVD-Veröffentlichungen betreut, die nicht wie im Falle eines Robbie Williams über den Tisch des jeweiligen Produktmanagers gehen. Dabei sei Deutschland im Bereich der Musik-DVDs im internationalen Vergleich ein Vorreiter, meint Niemann: „Wir haben die internationalen Abteilungen bekniet, doch endlich das Material von Pink Floyd und Queen zu verwerten.“ Schließlich sei der EMI-Videokatolog riesig, auch wenn dies im Handel derzeit nicht ersichtlich sei, weil die meisten alten VHS-Titel gestrichen seien. Aber mit der Veröffentlichung des Tribute-Konzerts für Freddie Mercury von 1992 sei hier der Anfang gemacht. Die Doppel-DVD, die im Mai erscheint, enthält zudem eine ausführliche Band-Dokumentation.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Köln-Konzert von Robbie Williams, bei dem der britische Superstar selbst auf eine Veröffentlichung gedrängt habe. Drittes absolutes Highlight ist eine dreistündige DVD von Elvis Presley, die über Capitols Christian-Label in den Konzern gekommen sei. „He Touched Me“ konzentriert sich auf die Gospel-Songs der Legende und liefert bislang unzugängliches Dokumaterial. Elvis auf der einen und Williams auf der anderen Seite stehe auch für die „doppelgleisige Strategie“ des Unternehmens, so Niemann. „Wir wollen das Potenzial unseres Video-Backkatalogs ausnutzen und ihn mit der gleichen Sorgfalt behandeln wie CDs. Das heißt, die Bänder neu mastern und Bonusmaterial hinzufügen. Gleichzeitig wollen wir zu aktuellen Audio-Veröffentlichungen verstärkt DVDs auf den Markt bringen. Größere Marketing-Budgets müssen allerdings durch kalkulierbare Stückzahlen gedeckt sein“, so Niemann. Als Beispiel nennt er den „DVD Tipp“ auf ProSieben, der Herbert Grönemeyers DVD „Stand der Dinge“ wieder in die Top Ten der Musik-DVDs verhalf.


