Die Gruppe Alabama, Glen Campbell sowie – 23 Jahre nach seinem Tod – DeFord Bailey ziehen in diesem Jahr in die Country Music Hall Of Fame ein. Die Einführungszeremonie findet im Rahmen der Verleihung der CMA Awards am 15. November im Madison Square Garden in New York statt. Das Ereignis wird vom Network CBS live übertragen.
Alabama ist die wohl erfolgreichste Band in der Country-Geschichte. Zwischen 1980 und 1993 landete die tatsächlich aus Alabama stammende Formation um die Cousins Randy Owen und Teddy Gentry 32 Nummer-eins-Hits in Billboards „Top Country Songs“-Hitliste. Die Gruppe, die sich 2003 auflöste, verkaufte mehr als 46 Mio. Tonträger.
Glen Campbell war mit Hits wie „Gentle On My Mind“, „By The Time I Get To Phoenix“, „Wichita Lineman“, „Rhinestone Cowboy“ oder „Southern Nights“ sowohl in den Country- wie in den Pop-Charts zu Hause. Der ausgezeichnete Gitarrist war vor dem Start seiner Solokarriere ein gefragter Sessionmusiker, der unter anderem auf Aufnahmen von Elvis Presley, Frank Sinatra, den Monkees oder Merle Haggard zu hören war und mit den Beach Boys als Bassist tourte. Zu seinen Glanzzeiten Ende der 60er-Jahre hatte Campbell eine eigene Fernsehserie, „The Glen Campbell Good-Time Hour“, und agierte als Filmschauspieler an der Seite von John Wayne im Western „True Grit“ („Der Marshall“). In den Neunzigern zog er sich größtenteils vom Musikgeschäft zurück, 1994 veröffentlichte er seine Autobiografie „Rhinestone Cowboy“.
Der Mundharmonikaspieler DeFord Bailey war in den 20er- und 30er-Jahren eine der ersten afroamerikanischen Country-Größen und trat als erster farbiger Musiker in der Grand Ole Opry auf, in der er Stammgast wurde. Bailey tourte in den Dreißigern mit Legenden wie Uncle Dave Macon und Roy Acuff. Der Mundharmonikavirtuose, der Country mit Blues verschmolz, litt an den Folgen von Kinderlähmung und sah sich wiederholt rassistischen Ressentiments und Anfeindungen ausgesetzt. Für seine einflussreichen Plattenaufnahmen Ende der 20er-Jahre bekam Bailey nach eigener Aussage keinerlei Tantiemen. Nach Ende seiner Karriere in der Grand Ole Opry musste er sich seinen Lebensunterhalt als Schuhputzer verdienen. 1974 kehrte er für eine Old-Time-Show nochmals in die Grand Ole Opry zurück. Bailey starb 1982 in Nashville.
Die neuen Mitglieder der Country Music Hall of Fame wurden von einer 300-köpfigen Fachjury ausgewählt, die das Direktorium der Country Music Association (CMA) ernannt hatte.



