In ihrem Heimatstaat Kentucky ist die Band dank des Erfolgs ihres ersten Albums, „Watermelon, Chicken And Gritz“, inzwischen so berühmt, dass ihr sogar ein amtlicher „Ehrentag“ gewidmet wurde. Von Überheblichkeit kann bei den Nappy Roots aber dennoch keine Rede sein. Sie denken gar nicht daran, ihre regionalen Wurzeln zu kappen und den vermeintlichen Verlockungen der großen, weiten Welt zu folgen. „Wir haben uns trotz des auch für uns durchaus überraschenden Erfolgs nicht im Geringsten verändert“, erklärt Rapper Skinny Deville. Das 1995 an der Western Kentucky University gegründete Sextett stellt auch diesmal ganz die Liebe zur Musik in den Vordergrund und pfeift auf alle üblichen HipHop-Statussymbole. „Uns kommt es darauf an, Songs zu schreiben, die einen länger durchs Leben begleiten und nicht schon morgen vergessen sind.“
Wie bei jeder guten Band ist auch bei den Nappy Roots die richtige Mischung entscheidend: Auf „Wooden Leather“ spielen sie jetzt noch souveräner mit allen möglichen Stilzitaten. Dass dabei manche Songs an Formationen wie OutKast erinnern, stört die sechs Musiker nicht. „Der wirkliche Unterschied zum ersten Album bestand vor allem darin“, so Skinny Deville, „dass wir diesmal alle mehr Zeit hatten, uns ganz der Musik zu widmen. Das Budget erlaubte es uns, erstmals ohne jeden Zeitdruck an Songs zu arbeiten und in Ruhe den besten Weg auszukundschaften. Als komplette Band zu arbeiten war für uns alle eine neue Erfahrung. Davor waren ja meistens nur zwei, drei Leute gemeinsam im Studio. Jetzt haben alle den gleichen Anteil am Gelingen des Albums.“ Unterstützung bekam das Sextett von diversen Produzenten wie Raphael Saadiq, Mike City, Brain Kidd und Kayne West. „Die Zusammenarbeit mit so vielen unterschiedlichen Leuten hat uns sehr gut getan“, sagt Skinny Deville. „Meiner Meinung nach ist ‚Wooden Leather‘ nicht zuletzt deshalb besser als unser Debüt, weil wir musikalisch einfach mehr Abwechslung bieten, ohne dass wir dabei unseren spezifischen Sound vernachlässigen.“



