Musik

Nachgefragt bei Olly Hahn, A&R-Chef der Metalschmiede SPV

„Wir haben immer an die Bands geglaubt und an ihrem Aufbau gearbeitet“

musikwoche.de: SPV steht im Gegensatz zu den meisten Plattenfirmen sehr gut da und steigert gegen den Trend die Verkaufszahlen. Wie sieht diese Entwicklung in den letzten Monaten genau aus?

Olly Hahn: Wir können uns zurzeit nicht beklagen. Yngwie Malmsteens Album „Attack“ beispielsweise hat sich außerordentlich gut verkauft und ist in Schweden und Finnland in die Charts eingestiegen. „Heavy Metal Thunder“ von Saxon und natürlich das Album „Fight“ von Doro, das insgesamt sechs Wochen in den Charts war, laufen hervorragend. Auch neuere Bands wie zum Beispiel Messiah’s Kiss und Mob Rules entwickeln sich erfreulich gut.

mw: Worin liegt das Erfolgsgeheimnis von SPV?

Hahn: SPV/Steamhammer spielt seit nunmehr 18 Jahren eine feste Rolle im Metal-Geschäft. Die ersten Bands waren Sodom und Destruction. SPV hat an die Bands geglaubt und immer weiter an ihrem Aufbau gearbeitet. Und das tun wir heute genauso wie vor 18 Jahren.

mw: Welche Rolle spielt der Metal-Sektor für die Firma SPV?

Hahn: Wie schon gesagt eine große Rolle, denn damit hat alles angefangen. Und wenn man heute unseren Künstlerstamm durchgeht, liest der sich beeindruckend: Judas Priest, Saxon, Motörhead, Doro, Rage, Kreator, Sodom, Axel Rudi Pell, Biohazard, Savatage und so weiter, um nur einige Namen zu nennen.

mw: Welchen Umfang hat das Metal-Segment heute bei SPV?

Hahn: Ich würde sagen fifty-fifty, da wir ja noch unsere hauseigenen Labels SPV Recordings mit Künstlern wie Calvin Russell oder auch wieder Fury In The Slaughterhouse und jetzt neuerdings Robin Gibb, Synthetic Symphony mit Funker Vogt und Melotron sowie Oblivion mit Fields Of The Nephilim, The Mission und Umbra Et Imago haben.

mw: SPV betreibt mit Steamhammer ein eigenes Metal-Label, vertreibt aber auch zahlreiche andere Firmen wie MTM, InsideOutMusic oder Sanctuary. Kann man sagen, dass SPV als Vertrieb hier Anlaufstation Nummer eins in Deutschland ist?

Hahn: Im Metal-Sektor auf jeden Fall. Wir haben Century Media, Noise, Metal Blade, Napalm, Metal-Is, InsideOut, Earache und LMP im Vertrieb, um nur einige zu nennen.

mw: SPV operiert europaweit – wie sieht das Verhältnis Deutschland zu Resteuropa aus? Welchen Stellenwert hat Metal in den anderen europäischen Ländern?

Hahn: Metal ist eigentlich überall zu Hause. In manchen Ländern mehr wie in Spanien, Frankreich oder Italien, in manchen weniger wie in England beispielsweise. Wir haben jetzt aber eine neue Export-Abteilung, die nur in Europa agiert und so unsere Produkte vermarktet. Wir haben in jedem Land einen Partner, der für uns die CDs vertreibt und auch die Promotion/Marketing-Aktivitäten übernimmt. Die Zentrale, wo alles zusammenläuft, ist nach wie vor in Hannover. Durch diese Strukturen ist der Rest Europas für uns genauso wichtig wie der deutsche Markt.