musikwoche.de: Was zeichnet einen guten Remix aus? Mousse T.: Er muss seinen Sinn erfüllen. Das heißt: Der geremixte Song sollte in der Lage sein, eine neue Hörer- und Käuferklientel anzusprechen. Doch man sollte dabei dem Titel mit Respekt begegnen, darf dem Song nicht schaden. Was helfen die tollsten Beats, wenn du von den Vocals nur noch Wortschnipsel übrig hast? Zudem sollte der Remix nie schlechter als das Original sein. Oft reicht es, einen neuen Beat darunter zu legen.
mw: Was sollte man bei einem Remix tunlichst vermeiden? Mousse T.: Bei einem Hauptmix muss der Song in jedem Fall erkennbar sein. Bei einem Clubmix kann man dagegen schon mit Wortschnipsel arbeiten. Grundsätzlich aber gibt es keine „do nots“. Das ist ja gerade das Schöne am Remixen – du hast viele Freiheiten.
mw: Welche Equipment-Tools sind für Sie beim Remixen am Wichtigsten? Mousse T.: Erstmal mag ich es sehr gern, wenn ich das Material zum Remixen auf einem Analogband zugeschickt bekomme. Da ist die Klangqualität schon mal ordentlich. Auf digitaler Ebene arbeite ich mit Logic Audio, Pro Tools und zuletzt mit RNE – einer neu entwickelten Pro-Tools-Variante. Sogar Hans Zimmer arbeitet damit.
mw: Sie sind 1998 für den Grammy nominiert worden. Hat das Ihre Karriere beeinflusst? Mousse T.: Es war bestimmt hilfreich für meine Solokarriere, vor allem in Amerika zählt das schon was. Aber es ist nicht so, dass sich dadurch mein Leben verändert hätte. Die Anfragen für Remixe hatte ich auch schon vorher.
mw: Sie haben bereits Remixe für Michael Jackson, die Backstreet Boys und Quincy Jones gemacht. Gibt es da Feedback von den Stars? Mousse T.: Nun, jetzt, da ich selbst einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt habe, ist es ein bisschen besser. Da werden schon auch persönliche Beziehungen aufgebaut. Schön war für mich beispielsweise das Feedback von Quincy Jones. Nachdem er sich meine Version von „Stomp“ angehört hat, rief er mich an und sprach mir ein „well done“ aus. Das war ein schönes Kompliment, zumal ich ihn über die Maßen schätze.
mw: Mit „Gourmet de Funk“ präsentierten Sie kürzlich Ihr Debüt als Albumkünstler. Ist Ihnen das Remixen mittlerweile zu unkreativ? Mousse T.: Nein, im Gegenteil. Der Aufwand ist der gleiche wie beim Produzieren. Trotzdem wird der Remixer nicht genügend anerkannt. Dabei gibt es viele Beispiele für Remixe, die Songs gerettet haben.


