musikwoche.de: Welche Folgen hatte die Umstrukturierung in Köln für EMI Classics? Andreas von Imhoff: EMI Classics als eine Division of Capitol Music bleibt unberührt von den Namensänderungen und arbeitet weiter wie bisher. Seit der Neustrukturierung im Frühjahr dieses Jahres hat sich jedoch die „reporting line“ geändert. Bisher war mein direkter Chef Richard Lyttelton, President EMI Classics und Jazz in London. Wie auch im Nachbarland Frankreich sind die lokalen Klassikbereiche wieder in das lokale Management eingegliedert worden. Meine Chefin ist daher jetzt Sylvia Kollek, Managing Director Capitol Records in Köln.
mw: Gab es Personalwechsel oder andere Veränderungen im Rahmen der Umstrukturierung? von Imhoff: Personaländerungen gab es wie fast überall im Unternehmen leider im Zuge der letzten Neustrukturierung im Februar; ansonsten arbeiten wir mit derselben höchst motivierten Mannschaft mit hohem weiblichen Anteil.
mw: Hatte die Umstrukturierung negative Folgen für die geplanten Neuveröffentlichungen? von Imhoff: Nein, sie hatte keine Nachteile, eher andersherum. Das Haus steht mit allen Kräften hinter den Klassikaktivitäten.
mw: Welchen Marktanteil besitzt EMI Classics und wie hat sich dieser in den vergangenen Jahren entwickelt? von Imhoff: Als ich den Bereich Klassik vor vier Jahren übernahm, war der Marktanteil bei circa acht Prozent, heute sprechen wir über ungefähr 15 Prozent – und damit über eine solide Basis einer Nummer zwei im Klassiksegment.
mw: Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Abteilung? von Imhoff: Wir setzen mit dem starken internationalen Veröffentlichungsanteil auf eine ausgeglichene Balance von Core Classic und erweiterter Klassik. Auf der einen Seite stehen Sir Simon Rattle, Ian Bostridge, Angela Gheorghiu, Roberto Alagna, Leif Ove Andsnes, Lars Vogt, David Daniels, Fabio Biondi und Daniel Harding. Highlight ist unser „Grenzgänger“ und „Ambassador of Music“, Nigel Kennedy, der im September ein Best-Of-Album veröffentlicht. Auf der anderen Seite setzen wir auf Einzelprojekte wie „Wiener Sängerknaben goes Pop“ oder die Queen-Symphonie, beide CDs kommen noch in diesem Herbst in den Handel. Schwerpunkt bleibt das Klassikgeschäft, mit einer unschlagbaren Künstlerelite und unserem bekanntermaßen unerschöpflichen Katalog. Wir versuchen, mit neuen und für die Klassik ungewöhnlichen Wegen unser Produkt zu positionieren und haben damit auch viele Erfolgserlebnisse.


