Musik

Mutige Schritte nach vorn

Mit ihrem neuen Album „Garden Ruin“ setzt Calexico erneut zum Triumphzug an. Ihren musikalischen Horizont hat die Band dabei jedenfalls erweitert.

Die Gruppe Calexico suchte bislang mit jedem Album nach einer neuen musikalischen Herausforderung. „Garden Ruin“ bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Es wäre für die Band ein leichtes gewesen, einfach die Erfolgsformel des letzten Albums, „Feast Of Wire“ (2003), das bis auf Platz zehn der deutschen Charts kletterte, zu kopieren.

Doch davon wollten Joey Burns und John Convertino nichts wissen: Zum ersten Mal in der Geschichte von Calexico heuerten die beiden mit JD Foster einen Produzenten an. Dieser Schritt wäre zwar aus ihrer Sicht nicht zwingend notwendig gewesen.

Doch Joey Burns betont: „JD ist vor allem ein sehr guter Freund, jemand, mit dem wir gerne abhängen, den wir respektieren und dem wir zu 100 Prozent vertrauen. Wir haben bereits bei diversen anderen Projekten mit ihm zusammengearbeitet, und John wie mir war klar – wenn wir uns für einen Produzenten entscheiden, dann für ihn.“

Deutliche Aussagen

JD Foster war ebenso wie alle Mitglieder der Tourband – die beiden Trompeter Jacob Valenzuela und Martin Wenk, Bassist Volker Zander sowie Steelgitarrist Paul Niehaus – von Anfang an in den Entstehungsprozess des Albums integriert. „JD, der über einen riesengroßen Erfahrungsschatz verfügt, hat uns auch bei den Arrangements geholfen und dafür gesorgt, dass die Aufnahmen perfekt klingen“, sagt Burns.

In der Vergangenheit beschäftigten sich Calexico in ihren Songs oft mit den Mythen Amerikas. Diesmal aber setzen sie andere Akzente. „Wir haben auch früher schon Songs geschrieben, die soziale und politische Situationen thematisierten. Aber noch nie zuvor sind wir so deutlich geworden wie auf unserem neuen Album.“

Detailreichtum

In Titeln wie „All Systems Red“ oder „Deep Down“ erzählt Burns ungeschminkt von der politischen Frustration, die sich in allen Teilen der Welt ausbreitet. „Wir sind keine Band, die mit irgendwelchen Parolen um sich wirft“, sagt er, „und das wird auch so bleiben. Aber wir können und wollen unsere Augen vor der Realität nicht verschließen.“

Ihren musikalischen Horizont haben Calexico auf „Garden Ruin“ jedenfalls erweitert. Sie legen einen Detailreichtum an den Tag, der ihre bisherigen Alben klar in den Schatten stellt. Noch einmal Burns: „Für mich ist es wichtig, dass wir als Band immer in Bewegung bleiben. Es gibt nichts Gefährlicheres, als es sich in irgendeiner Nische bequem zu machen. Das Wichtigste ist die Spontaneität. Nur so können wir Wiederholungen vermeiden.“