Musik

Muti kehrt Mailänder Scala im Streit den Rücken

Nach fast 20 Jahren als musikalischer Leiter der Mailänder Scala hat Riccardo Muti am 2. April den Dirigentenstab niedergelegt. Im seit Monaten andauernden Streit mit den Mitarbeitern des Opernhauses zog der Stardirigent nun die Konsequenzen. Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt.

Nach fast 20 Jahren als musikalischer Leiter der Mailänder Scala hat Riccardo Muti am 2. April seinen Dirigentenstab niedergelegt. In dem seit Monaten andauernden Streit mit den Musikern und Mitarbeitern des Opernhauses zog der 63-jährige Stardirigent nun die Konsequenzen. „Trotz der großen Achtung, die das Direktorium vor mir hat, kann ich unsere Zusammenarbeit aufgrund der theatralisch zur Schau gestellten Feindseligkeiten von Menschen, mit denen ich nahezu 20 Jahre lang zusammengearbeitet habe, unmöglich fortsetzen“, ließ Muti in einer Erklärung wissen.

Die Orchestermitglieder waren bereits im Februar in Streik getreten und hatten zusammen mit langjährigen Scala-Mitarbeitern den Rücktritt Mutis gefordert. Der als launisch und eigenbrötlerisch geltende Muti hatte seine Musiker endgültig gegen sich aufgebracht, nachdem er zunächst Intendant Carlo Fontana zur Aufgabe zwang und später seinen Günstling Mauro Meli zur Nachfolge verhalf. Zwischen Muti und Fontana kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Streitereien in künstlerischen und finanziellen Fragen. Muti gilt zwar als einer der größten Künstler am Pult, wurde jedoch immer wieder wegen seines Traditionalismus kritisiert.

Ein Nachfolger für den gebürtigen Neapolitaner steht noch nicht fest, Beobachter geben u.a. Riccardo Chailly, der sich am Königlichen Concertgebouw in Amsterdam einen Namen gemacht hat, und Daniele Gatti, dem Leiter des Teatro Communale in Bologna und am Royal Philharmonic Orchestra in London, gute Chancen. Aber auch Stars wie Zubin Mehta oder Claudio Abbado, der bis 1986 Mutis Vorgänger an der Scala war, werden genannt.