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MusikWoche-Dossier: Mobile Music – Wie aus Handys Digitalplayer werden

Egal, welche Erkenntnisse die marktwirtschaftliche Realität in den kommenden Monaten bringen wird, die IT-Branche hat entschieden: 2005 wird das Jahr, in dem Musik mobil wird. Musik soll als Killerapplikation UMTS zum Durchbruch verhelfen und die Digitalkamera als Verkaufsargument bei Handys ablösen. Auf der CeBIT waren erste Ansätze bereits zu bewundern. Der Musikbranche wird es recht sein, wenn sie künftig mehr Downloads mobil verkauft. Schließlich sind Handykunden an höhere Preise gewöhnt.

Wie aus Handys Digitalplayer werden Bei Anruf Downl Hannover – Egal, welche Erkenntnisse die marktwirtschaftliche Realität in den kommenden Monaten bringen wird, die IT-Branche hat entschieden: 2005 wird das Jahr, in dem Musik mobil wird. Musik soll als Killerapplikation UMTS zum Durchbruch verhelfen und die Digitalkamera als Verkaufsargument bei Handys ablösen. Auf der CeBIT waren erste Ansätze bereits zu bewundern. Der Musikbranche wird es recht sein, wenn sie künftig mehr Downloads mobil verkauft. Schließlich sind Handykunden an höhere Preise gewöhnt. 8 dossier.mobile music Foto: Superbild; Montage: MusikWoche load 12/2005 9 mobile music.dossier Bereits Mitte Februar zeichnete sich auf der Mobilfunkmesse 3GSM in Cannes ab, wohin die Reise für die Gerätehersteller geht. Jeder der führenden Handybauer will in diesem Jahr mindestens ein Mobiltelefon auf den Markt bringen, das auch als digitaler Musikplayer fungieren kann. Ob sich damit kurzfristig die Dominanz von Apples iPod brechen lässt, bleibt abzuwarten. Interessant wird in den nächsten Wochen und Monaten sein, wie nahtlos Hersteller und Netzwerkbetreiber vier Erfolgsfaktoren der Digitalplayer in die mobile Welt übersetzen können: Benutzerfreundlichkeit, vernünftiges Preis-Leistungs- Verhältnis, einfacher und stabiler Zugang zu Breitbandnetzwerken und – im Fall des iPod nicht zu vernachlässigen – attraktives Design. Doch auch die Trendexperten in der Musikindustrie rechnen damit, dass Handys künftig eine tragende Rolle im Geschäft spielen werden. Die Grenze zwischen stationärer und drahtloser Breitbandinternetverbindung wird bald immer mehr verwischen, prognostiziert Ted Cohen, bei EMI Music als Senior Vice President für Digital Development & Distribution zuständig. Für ihn ist schon heute egal, über welchen Zugang zum Netz sich Musikfans ihre Ware besorgen. EMI jedenfalls hat den gesamten zum Download digitalisierten Katalog mit rund 200.000 Songs sowohl für Computerdownloads als auch für mobile Verkaufsplattformen lizenziert. „Eine Verbindung ins 3G-Mobilnetz oder an einen WLAN-Hotspot wird in Zukunft genauso wichtig sein, wie die zum PC“, meint Cohen. Doch damit die Musik als Applikation ein Killer wird, müssen erst einmal die Geräte flächendeckend in den Markt. Der Wettlauf ist in vollem Gang, jeder Hersteller will rechtzeitig ein Produkt im Pro- 3 10 12/2005 dossier.mobile music gramm haben. Bei den marktführenden Firmen scheint derzeit Sony Ericsson, Nummer fünf am Weltmarkt, die Nase vorne zu haben. Mit Walkman-Handys will das schwedisch-japanische Joint Venture ab Jahresmitte Telefone anbieten, die nicht nur die im Atrac-Format verkauften Downloads aus Sonys Downloadshop Connect verarbeiten können. Auch die Formate AAC, MP3 und OMA 2.0 sollen unterstützt werden. Der erste telefonierende Walkman heißt W800i und soll im dritten Quartal in den Handel kommen. CEO Miles Flint ist überzeugt, dass die mobile Fortführung der 25-jährigen Walkman- Tradition die Kunden überzeugen wird: „Wir bauen ein Handy, das gleichzeitig ein glaubwürdiger Musikplayer sein wird. Und es wird im Weihnachtsgeschäft richtig einschlagen.“ Das Gerät hat mittels Sony-Memory- Sticks bis zu einem GigaByte Speicher, der je nach Format und Komprimierungsrate Platz für 150 bis 230 Songs bieten wird. Per USB-Schnittstelle können die Lieder vom Rechner auf das Handy übertragen werden; selber downloaden kann das W800i indes noch nicht. Doch nach einer ersten Aussage von Sony Ericsson soll es aufgrund seiner offenen Software- Architektur auch Dateien aus dem iTunes Music Store verarbeiten können – man durfte also gespannt sein, wie das Unternehmen dabei mit dem bislang nur an Motorola lizenzierten DRMSystem Fairplay von Apple klar kommen würde. Doch inzwischen räumte der Hersteller ein, dass das Gerät beim jetzigen Entwicklungsstand noch gar kein DRM unterstützt. „Es ging uns hier auch nur um den rein privaten Gebrauch. Sollte DRM gefordert sein, werden wir das natürlich in Zukunft implementieren. Ein Weg wäre hier die Kooperation mit der Musikindustrie“, erläutert Axel Kettenring. Für Sony Ericssons General Manager in Deutschland steht jedoch jetzt schon fest, dass das W800i ein „gutes Paket“ ist: „Ziel war nicht nur, MP3 in ein Handy zu integrieren. Es ging uns darum, Musik für den Kunden nutzbar zu machen.“ Dabei spielten laut Kettenring viele Faktoren eine Rolle: ausreichend Speicher, einfache Bedienung mit Playlist-Erstellung, Titeloder Interpretensuche und die Möglichkeit, die heimische CD-Sammlung zu archivieren und auf das Gerät zu übertragen. „Das alles bietet das W800i und darüber hinaus die Möglichkeit, das Handy auszuschalten und etwa im Flugzeug in Music-Mode MP3- oder AAC-Dateien zu hören.“ Ähnlich stellt sich das SGH-i300 von Samsung dar, das der koreanische Hersteller aktuell auf der CeBIT in Hannover vorstellte. Das neue Festplattenhandy wird sich zwar nicht für mobile Musikdownloads eignen, doch mit seiner bei Mobiltelefonen unübertroffenen Speicherkapazität könnte das SGH-i300 auch etablierten Digitalplayern Konkurrenz machen. Das Musiktelefon bietet eine Minifestplatte mit drei GigaByte Speicher – Platz für bis zu 1000 Songs. Samsung unterstützt dabei die Formate MP3, WMA, AAC, aacPlus und Ogg-Vorbis. Mittels USB-Anschluss können Songfiles ohne Interface, einfach per Drag and Drop, vom Computer auf das Handy übertragen werden. Das SGHi300 glänzt zudem mit einem TFT-Farbdisplay, einer 1,3- Megapixel-Kamera und Bluetooth-Technik. Allerdings ist es als GSM-Telefon konzipiert; Downloads direkt aufs Handy dürften damit mangels Bandbreite also kaum möglich sein. Bei der Jagd auf iPod und Co. gehen die Handybauer zum Teil auch ungewöhnliche Allianzen ein. Nokia setzt zum Beispiel auf eine Zusammenarbeit mit dem Software-Giganten Microsoft. Die Finnen wollen sich ganz auf Windows Media Audio (WMA) und das zugehörige Digital Rights Management (DRM) Janus einlassen. Das wird in der Mobilfunkbranche als programmatische Neuausrichtung von Nokia gewertet, da sich das Unternehmen bislang eher gegen eine Zusammenarbeit mit Microsoft gesträubt und stattdessen auf hauseigene Softwareprodukte oder Lösungen von RealNetworks gesetzt hatte. Für Nokia- Kunden wird dies zur Folge haben, dass Musikdownloads mit dem Windows Media Player am Computer abgespielt, auf CD gebrannt und gegebenenfalls auch auf andere Digitalplayer übertragen werden können. Voraussetzung wird dabei aber aller Voraussicht nach immer das Betriebssystem XP sowie der Media Player 10 mit dem Janus-DRM sein. Das erste WMAHandy aus Finnland wird wahrscheinlich das 6230i, verlässliche technische Details sind jedoch noch nicht verfügbar. Wenn die Nokia-Musiktelefone im Lauf des Jahres auf den Markt kommen, könnten theoretisch bereits in 30 Ländern mobile Downloadshops eröffnen – in so vielen Märkten ist Loudeye, Microsofts und Nokias Partner im digitalen Medienvertrieb, bereits für die Kooperation gerüstet. Motorola blies CeBIT-Präsentation ab Eine gemeinsame Musikplattform für Mobilfunkbetreiber soll eine technische Lösung liefern, mit der die Netzbetreiber eigene mobile Musikdienste anbieten können, ohne selbst die Infrastruktur aufbauen zu müssen. „Wir betrachten Musikdienste als einen der Hauptumsatzfaktoren für Mobilfunkanbieter im UMTS-Markt“, sagt Jonas Geust, Vizepräsident Musik bei Nokia. Und sein Chef, Anssi Vanjoki, Leiter der Multimedia-Division, pflichtet ihm bei: „Musik ist das nächste große Thema beim mobilen Multimedia.“ Mit der Shoplösung wollen sie daher den Netzbetreibern ein „reichhaltiges, mobiles Musikangebot“ ermöglichen. Die White-Label- Die Welt wartet auf ihre iTunes-fähigen Handys: Ed Zander (l.) und Amer Husaini von Motorola Verkauft auch bald mobil: Susanne Peter (Musicload) 12/2005 11 mobile music.dossier Plattform kann in der CI der Betreiber gestaltet werden und bietet den Handykunden als Grundfunktion eine Titelsuche. Die Musiktitel können dann sowohl als Songs wie auch als Klingelton heruntergeladen werden, entweder direkt auf das Handy oder auf einen Computer. Handykunden bezahlen die gekauften Musiktitel über die monatliche Mobilfunkrechnung. Die Kooperationspartner wollen schon bald erste Deals mit Mobilfunkprovidern für diese Funktionalitäten vorstellen. Die Zusammenarbeit zwischen dem weltgrößten Handyproduzenten und dem Marktführer im Software- und Computergeschäft könnte die Balance im digitalen Musikgeschäft zu Ungunsten von Apple verschieben, orakeln Marktbeobachter. Nokia verkaufte im Jahr 2004 zehn Mio. Mobiltelefone mit Musikplayer, Apple im gleichen Zeitraum etwas mehr als acht Mio. iPods. Damit die neuen Handys dem hippen Computerhersteller jedoch nicht das Geschäft verderben, hat Apple-Chef Steve Jobs schon vor Monaten vorgesorgt. Gemeinsam mit Motorola, der Nummer zwei im Weltmarkt, arbeitet man an einem iTunes-fähigen Telefon. Die offizielle Vorstellung des ersten iTunes-Handys steht unmittelbar bevor. Eigentlich war die Präsentation für die CeBIT vorgesehen, doch Motorola sagte die Vorstellung in letzter Minute ab, da man sich noch nicht mit allen Mobilfunkprovidern, die das Gerät anbieten wollen, auf eine gemeinsame Marschrichtung geeinigt hat. Beobachter mutmaßen, dass Motorolas Partnerfirmen noch nicht mit allen Eckpunkten der Kooperation einverstanden sind. Ausgewählte Fachjournalisten durften das iTunes-Handy indes bereits vorab heimlich in Augenschein nehmen. Dem Vernehmen nach wird es sich dabei um das Modell E399 handeln, das ab dem zweiten Quartal neben einer auf Java basierenden Version der iTunes-Software mit auswechselbaren Flash-Speichern aufwarten wird. Der größte Wechselspeicher wird dabei bis zu 100 Songs oder bis zu acht Stunden Musik aufnehmen können. Weitere technische Details halten Apple und Motorola bislang unter Verschluss. Durchgesickert ist bisher nur, dass man mit den „telefonierenden iPods“ mobil im iTunes Music Store einkaufen und die Songs im Anschluss auf den Computer sowie den iPod übertragen kann. Laut Amer Husaini, bei Motorola als Vice President für Mobilgeräte verantwortlich, wird iTunes der Standardplayer auf allen Handys des Unternehmens sein, doch man wolle weiterhin andere Systeme wie den RealPlayer unterstützen. Dagegen wird das Modell ROKR, für das Motorola seit Wochen die Werbetrommel rührt, nach Aussage von Ron Garriques, dem President der Abteilung Mobile Devices, erst zum Weihnachtsgeschäft in den Handel kommen. Motorola will jedoch bis dahin mehrere iTunes-fähige Handys auf den Markt bringen; auch ein Modell mit Festplatte ist in Planung. Der ROKR, E399 und alle anderen Musikhandys von Motorola werden sich also nicht nur für das Abspielen von Songs im AACFormat eignen, das Apple beim Verkauf der Titel im iTunes Music Store nutzt. Der US-Hersteller stellt seinen Kunden frei, sich auch für WMA, Real oder MP3 zu entscheiden. Sollte sich diese Ankündigung bewahrheiten, könnte Motorola die Schranken zwischen konkurrierenden und vor allem in sich geschlossenen Systemen einreißen: Mit dem Handy ließen sich dann Songs aus dem iTunes Music Store und von Musicload abspielen – jedoch wohl nur unter der Voraussetzung, dass Motorolas Geräte beide DRM-Systeme verarbeiten können. Der bei Motorola für alle Fragen rund um die Anknüpfung ans Auto zuständige Manager Bogdan Nedelcou verriet zudem vor kurzem, dass ROKR und Co. Daten drahtlos per Bluetooth übertragen und mit anderen Geräten kommunizieren können. Dadurch sollen sowohl Telefonate als auch Musikwiedergabe über die Stereoanlage im Auto möglich werden. Unklar ist aber, ob die Telefone dank Bluetooth auch unkontrolliert untereinander Daten tauschen können. Mobiles Musikbiz wird mehrheitsfähig Das dürfte dann nämlich kaum im Interesse der Rechteinhaber sein. Aber das P2Pähnliche Konzept der Superdistribution könnte diese Gefahr eindämmen. Dank der Software des amerikanischen Dienstleisters Melodeo sollen zunächst Kunden des spanischen Netzbetreibers Telefónica ihre mobil gekauften Musikdownloads als 30- Sekünder über eine Bluetooth-Verbindung an andere Handybesitzer weiterleiten können. Sollte der Empfänger an der Kost- Mit Memory-Stick bis zu einem GigaByte Speicher: W800i von Sony Ericsson Konkurrenz an allen Ecken und Enden: Steve Jobs 3 12 12/2005 dossier.mobile music probe Gefallen finden, kann er sich den Titel per Bezahlung in voller Länge besorgen. Der Absender erhält dafür im Gegenzug eine Gutschrift bei künftigen Musikkäufen. Die Mobilapplikation Melodeo Music Solution soll zudem zum Durchforsten des eigenen, auf dem Handy gespeicherten Musikfundus sowie der Musikdatenbank des jeweiligen Netzbetreibers dienen. Telefónica will für die mobilen Downloads 1,49 Euro berechnen, weitere Mobilfunkprovider in Europa und den USA wollen das Konzept in den kommenden Monaten übernehmen. Zum Start seines Angebots hat sich Melodeo weltweite Lizenzen der Warner Music Group und diverser Indie-Labels gesichert. Die Dateien werden im Format aacPlus übermittelt und sind mit einem DRM-System verschlüsselt. EMI-Manager Cohen ist von solchen Applikationen begeistert: „Das wird ein soziales Phänomen. Ich schicke Ihnen einen Song, und entweder geht das dann auf meine Rechnung – oder Sie bezahlen ihn, wenn er Ihnen gefällt und Sie den Song behalten wollen.“ Jetzt fehlen also nur noch die großen Netzbetreiber, die mobile Einkäufe in Downloadshops wie Musicload, iTunes Music Store oder Napster ermöglichen. Auf der CeBIT kündigten T-Online und T-Mobile an, dass sie die Anfangserfolge des Internetverkaufs mit Musicload im Frühsommer auch den Kunden von T-Online ermöglichen wollen. Über Preismodell, Repertoire- Umfang und technische Details wurde bislang allerdings noch nicht viel bekannt. Immerhin sollen sich die mobil gekauften Songs auch auf den Computer übertragen lassen. Da ist Mitbewerber Vodafone schon einen Schritt weiter: 500.000 Songs hat der britische Mobilfunkriese inzwischen im Angebot: Ein Titel kostet 1,99 Euro; wer drei Downloads im Paket nimmt, zahlt nur fünf Euro. Und wer sich für den UMTSSpezialtarif entscheidet, erhält einen Song im Monat gratis. Und auch O2, Deutschlands kleinster Mobilfunkanbieter, hat mobile Downloads im Programm: 230.000 Titel sind es derzeit, ab Sommer sollen es mehr als eine halbe Million sein. Eine Zusammenarbeit mit Nokia und Loudeye soll dann das mobile Musikgeschäft mehrheitsfähig machen. Nun wartet die Branche auf die Lösung von Apple. Nach Angaben von Motorola-CEO Ed Zander befindet man sich zusammen mit Apple bereits in Verhandlungen mit diversen Providern. Allerdings sind sich die Partner offenbar noch nicht ganz einig, wie die kurzfristig abgeblasene CeBIT-Präsentation zeigte. Die Projekte von Vodafone, O2 und T-Mobile verdeutlichen, dass die Netzbetreiber das Geschäft lieber selbst machen, statt Firmen wie Apple oder Napster lediglich neue Kunden per UMTS zuzulotsen. Laut Motorolas Europachef für die Handysparte sind die Provider wenig erfreut über die Kooperation von Apple und Motorola. Die „fragen sich nämlich, wie sie Teil des Geschäfts werden können“, erklärte Greg Estell kürzlich. Er gab zu, dass die Netzbetreiber „nichts davon hätten, wenn ihre Kunden Musik nur per Kabel oder Bluetooth-Kurzstrecken-Datenfunk“ auf ihre Handys laden. Schließlich will jede der beteiligten Parteien an dem Boom-Geschäft einen möglichst großen Anteil haben. Die Marktforscher von Juniper Research sagen dem Markt für mobile Musik nämlich eine rosige Zukunft voraus: Bis zum Jahr 2009 soll der Handel mit Klingeltönen und mobilen Downloads Einnahmen von rund 9,3 Mrd. Dollar generieren. Hauptumsatzbringer werden mit rund 4,8 Mrd. Dollar zwar weiterhin Klingeltöne und Realtones sein. Doch auch der Verkauf von kompletten Musikdownloads, der im Jahr 2004 lediglich Umsätze von rund 20 Mio. Dollar erzielte, soll in vier Jahren rund 1,8 Mrd. Dollar in die Kassen spülen. Die Devise lautet: Der Breitbandnachfolger des Klingeltons ist der Musikdownload. Damit solche blühende Landschaften auch Wirklichkeit werden, müssen die Konsumenten allerdings zügig auf den UMTS-Zug aufspringen. Laut einer optimistischen Prognose des IT-Verbands Bitkom soll das noch in diesem Jahr passieren: Die 250.000 deutschen Nutzer sollen sich bis Jahresende verzehnfachen. Japan und Korea als Vorbilder Wenn es wirklich dazu kommen sollte, dann könnte sich für die Musikwirtschaft ein solideres Digitalgeschäft entwickeln. Die ersten Erfolge im Downloadmarkt sind zwar ermutigend, doch für viele Branchenvertreter ist das bisher vorherrschende Geschäftsmodell à la 99 Cent pro Song nicht zukunftstauglich. Viel leichter scheint es daher, der Zielgruppe, die bislang schon für Klingeltöne und andere mobile Inhalte auch Preise jenseits der Zwei-Euro-Marke akzeptabel findet, künftig mobile Trackdownloads für einen gewinnbringenden Preis anzubieten. Auch in den eher mobilfunkresistenten USA deutet sich ein Richtungswechsel an. Andrew Lack, CEO von Sony BMG, ließ zuletzt nur wenig Zweifel daran, wie umsatzträchtig er Mobile Entertainment einschätzt: „Das Mobiltelefon verändert die Situation für uns womöglich komplett. Ich sehe im Handy mehr Potenzial als im PC. Das liegt auch daran, dass die Inhalte dort besser geschützt sind.“ Magnus Lauster Der Kunde hat es in der Hand: mobile Musikmaschinen von Nokia (l.) und Samsung Sehen im Handy mehr Potenzial als im PC: Anssi Vanjoki von Nokia (l.) und Andrew Lack von Sony BMG

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