Musik

MusikWoche-Dossier: Marktbericht Schweiz

Die Musikbranche der Schweiz schloss das Jahr 2005 mit einem Umsatzminus von drei Prozent ab. Manche Marktbeobachter hatten mit größeren Einbußen gerechnet. Neben einzelnen Erfolgen heimischer Acts stehen derzeit in der Schweiz vor allem Fragen zum Digitalgeschäft, zur Medienlandschaft und zum Urheberrecht auf der Tagesordnung.

Der Umsatz der schweizerischen IFPI-Mitglieder belief sich im Jahr 2005 nach Handelsabgabepreisen auf 224 Mio. Franken oder umgerechnet gut 143 Mio Euro. 2004 waren es noch 231 Mio. Franken oder fast 148 Mio. Euro. Das bedeutet einen Rückgang von drei Prozent. Nur, wie manch Branchenkenner meint: „Persönlich habe ich mit einer schlimmen Talfahrt gerechnet, konkret mit einem Rückgang von ungefähr zehn Prozent“, sagt Marco Zanotta. Nach 30 Jahren im Geschäft gilt Zanotta, bis Ende 2004 Geschäftsführer von BMG Schweiz und bis Mai 2005 auch Präsident der IFPI-Landesgruppe, inzwischen als neutraler Beobachter der Branche: „Drei Prozent Rückgang sind unter den gegenwärtigen Vorzeichen eigentlich gute Nachrichten. Ich hoffe, dass damit die Talsohle erreicht ist.“ Zanotta weist jedoch darauf hin, dass in den vergangenen Jahren in der Schweiz „alles an Best-Of-Alben erschienen ist, was irgendwie zu vermarkten war. Ich hoffe, dass nun auch etwas Neues folgt.“ Insgesamt verkauften die der IFPI angeschlossenen Firmen im vergangenen Jahr 13,6 Mio. CDs. 2004 waren es noch 16,4 Mio. Dieser Rückgang erklärt sich auch damit, dass die IFPI – wie international längst üblich – Mehrfach-CDs nun als ein Stück in die Statistik aufnimmt, also nun so genannte Packages anstelle von Units zählt. Ebenfalls neu an der Bilanz 2005 ist, dass die IFPI erstmals auch digitale Downloads mit einem Marktvolumen von 1,22 Mio. Exemplaren sowie 500.000 legale Downloads via Handy und 700.000 verkaufte DVD-Audios mit erfasst. So seien die Zahlen für 2004 und 2005 „nicht absolut vergleichbar“, wie es bei der IFPI heist. Branchenbeobachter errechnen für den schweizerischen Gesamtmarkt – die IFPI-Mitglieder repräsentieren rund 90 Prozent – für 2005 ein geschätztes Marktvolumen nach Verbraucherpreisen von 335 Mio. Franken oder 214,5 Mio. Euro.

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