Musik

Musikwirtschaft beendet 2005 mit kleinem Minus

Das weltweite Musikgeschäft ging laut IFPI-Chairman John Kennedy im Jahr 2005 um zwei Prozent auf rund 31 Mrd. Dollar zurück. 2006 sei mit Umsätzen auf Vorjahresniveau zu rechnen. Auch Themen wie die Blankolizenz und die Verantwortung der ISPs sprach Kennedy auf der Midem an.

Das weltweite Musikgeschäft inklusive der Einnahmen aus dem Digitalmarkt ging im Jahr 2005 um voraussichtlich zwei Prozent auf rund 31 Mrd. Dollar zurück, sagte IFPI-Chairman & CEO John Kennedy bei einem Pressegespräch im Rahmen der Midem am 22. Januar. Allerdings seien diese Zahlen noch vorläufig und spiegelten rund 76 Prozent des Weltmarkts wider. Für 2006 rechnet Kennedy mit Umsätzen auf Vorjahresniveau. Erste positive Signale kamen derweil vom Weltmarktführer USA: Dort ist die Zahl der Downloads in den ersten Wochen des neuen Jahres um weitere 146 Prozent gewachsen, die physischen Albumverkäufe haben um sieben Prozent angezogen.

Für 2006 kündigte Kennedy zudem eine neue PR-Strategie des Branchenverbands in Sachen Marktzahlen an: Künftig will man neben den Zahlen für das Musikgeschäft auch Werte für den Klingeltonmarkt veröffentlichen und den Beitrag der Musikwirtschaft zur internationalen Wertschöpfung deutlicher herausstellen, der bei mindestens 60 Mrd. Dollar liege. „Wir haben unseren Beitrag zur Weltwirtschaft bislang nicht gut genug verkauft“, betonte Kennedy. Als wichtige Faktoren nannte er Arbeitsplätze in musiknahen Bereichen, anfallende Steuern sowie die Ausgaben der Musikwirtschaft für Marktforschung und Marketing.

Kennedy betonte seine Zuversicht, dass sich die in Frankreich diskutierte Blankolizenz nicht durchsetzen werde und nahm in Sachen Onlinepiraterie erneut die ISPs in die Pflicht: Da das Internet seinen Kinderschuhen entwachsen ist, sei nun nicht länger einzusehen, warum diese Unternehmen sich nicht an der Aufklärung und Verfolgung von Straftaten über ihre Netzwerke beteiligen wollten.